Wohncontainer für Flüchtlinge als „Puffer“ für den Notfall

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Angrenzend an die Flüchtlingsunterkunft an der Immecker Straße hat die Stadt nun drei Wohncontainer aufstellen lassen. Sie sollen aber nur im Notfall und übergangsweise genutzt werden.

Meinerzhagen - Dass die Aufnahme von Flüchtlingen auch 2016 ein Thema in Meinerzhagen sein würde, war den Verantwortlichen in der Stadtverwaltung bereits vor dem Jahreswechsel klar. Deshalb haben sie vorgesorgt.

Drei Wohncontainer sollen für den Fall weiterer Zuweisungen als Unterkunft für hilfesuchende Menschen dienen. Seit einigen Tagen stehen sie neben der Flüchtlingsunterkunft an der Immecker Straße.

„Wir haben zwar seit Mitte Dezember keine weiteren Personen zugewiesen bekommen, aber müssen natürlich damit rechnen, dass sich das ändern kann“, sagt Heinz-Gerd Maikranz, Fachbereichsleiter für Soziales, im Gespräch mit der Meinerzhagener Zeitung. Für diesen Fall wolle man vorsorgen: Die jeweils 13,2 Quadratmeter großen Container (Außenmaße 6x2,5 Meter) sollen bis zu vier Menschen Platz bieten, allerdings nur für den Fall, dass alternative Unterkünfte fehlen – und selbst dann nur für eine kurze Zeit. „Es soll sich nur um vorübergehende Unterbringungsmöglichkeiten handeln, sozusagen als Puffer für extreme Engpässe“, erklärt Maikranz. Entsprechend sind die drei Wohncontainer derzeit auch noch nicht belegt, zumal zunächst noch ein Bodenbelag sowie die Elektrik verlegt werden müsse.

Damit die Container auch in den Wintermonaten bewohnt werden können, ist der Einbau einer Heizung obligatorisch. Ob die Räume jedoch mit der Heizungsanlage der benachbarten Unterkunft verbunden oder elektrisch beheizt werden sollen, stehe noch nicht fest. Die Kosten habe die Stadt dabei aber stets im Blick, betonte Heinz-Gerd Maikranz, der eine Entwicklung wie zuletzt in Neuenrade ausschließt: Dort musste die Stadt für ein als Flüchtlingsunterkunft genutztes Gebäude 47 000 (!) Euro für die entstandenen Heizkosten nachzahlen – offenbar aufgrund einer fehlenden Sensibilisierung der Bewohner für das Thema, wie dort spekuliert wurde.

Dabei hat die Stadt Meinerzhagen bereits beim Erwerb der drei Wohnelemente Geld gespart: Während für gebrauchte Container auf Internet-Auktionsplattformen mindestens 2000 Euro und für neue bis zu 10 000 Euro aufgerufen werden, habe die Stadt nur etwa 1000 Euro pro Einheit ausgeben müssen, erklärte Fachbereichsleiter Heinz-Gerd Maikranz.

Dass die Nutzung der Container durchaus notwendig sein könnte, betonte auch Bürgermeister Jan Nesselrath. Auf Anfrage erneuerte er seinen Wunsch, die Jugendherberge weiterhin als Erstaufnahmestation zu nutzen, damit der Kommune kein zusätzliches Kontingent an Flüchtlingen zugewiesen wird. In der kommenden Woche will sich Nesselrath mit dem zuständigen Dezernenten in Arnsberg zu diesem Thema treffen. Die Hoffnung hat der Bürgermeister offenbar noch nicht aufgegeben. „Wir kämpfen weiter für die Jugendherberge. Das Gebäude ist für die Unterbringung einfach prädestiniert und das Team macht vor Ort einen tollen Job.“

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