Wohn- und Fabrikgebäude wird abgerissen

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Das Wohn- und Fabrikgebäude Schleifkotten soll jetzt abgerissen werden. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Seit einigen Monaten ist das Mehrfamilienhaus und das angegliederte kleine Fabrikgebäude Schleifkotten – an der B54 zwischen Meinerzhagen und Kierspe – nur über eine Behelfsbrücke oder einen schlecht ausgebauten Waldweg erreichbar.

Die ehemalige Brücke für Fußgänger und Fahrzeuge über die Volme war durch das Hochwasser der Volme im Laufe der Zeit so marode geworden, dass sie abgebrochen werden musste.

Nach intensiver Recherche, unter anderem auch in den Bauakten aus dem Jahr 1905 , hatte sich dann herausgestellt, dass die Brücke nicht im Eigentum der Stadt oder einem anderen, öffentlichen Träger stand.

Somit gab es keine „öffentliche Verpflichtung“, die Brückenanlage zu erneuern. Alternativ hierzu, einigten sich der Märkische Kreis und die Stadt Meinerzhagen im vergangenen Jahr, im Rahmen der geplanten Renaturierungsmaßnahmen der Volme, das Haus zu kaufen und dann abzureißen. Mittlerweile sind die Verkaufsverhandlungen für Haus und Grund abgeschlossen.

„Die Mieter sind bereits ausgezogen und auch der ehemalige Eigentümer hat schon eine neu Bleibe in Aussicht“, so Jürgen Tischbiereck vom Fachbereich Bauen und Wohnen bei der Stadt, auf Nachfrage der Meinerzjhagener Zeitung.

Abriss kann in nächsten Monaten beginnen

Somit könne nach seiner Einschätzung in den nächsten Monaten mit der Maßnahme begonnen werden. Eingeplant sind im Haushalt 2012 ein Betrag von 60 000 Euro für den Abriss und 30 000 Euro für die Renaturierung. „Wir werden die Volme wieder dort hinbringen, wo sie hingehört: an die tiefste Stelle im Tal“, so Jürgen Tischbiereck.

Regionale-Projetzt „Ein Kreis packt aus“

Die anstehende Renaturierung der Volme gehört zum Regionale-Projekt „Ein Kreis packt aus“. Für die Maßnahme ist eine Bezuschussung in Höhe von 80 oder 90 Prozent möglich. Im Falle einer Bewilligung – über sie ist zurzeit noch nicht entschieden – läge der städtische Eigenanteil dann, bei einer hälftigen Beteiligung des Kreises, im ungünstigsten Fall bei 9000 Euro.

Über 226 Kilometer erstrecken sich Flüsse und Bäche im Märkischen Kreis. Die intensive Nutzung der Wasserkraft durch den Menschen in der Vergangenheit, hat deutlich ihre Spuren hinterlassen und besonders bei hohen Wasserständen regelmäßig Probleme mit sich gebracht. Betonierte Uferbereiche und fehlende Retentionsflächen führen zu Überschwemmungen und verursachen hohen Schäden und viel Leid, für Mensch und Tier.

Der Märkische Kreis hat deshalb grundsätzlich beschlossen: „Wir befreien, wo immer möglich, unsere Bäche und Flüsse.“

Gewässer werden wieder „erlebbar“ gemacht

Durch das Projekt „Ein Kreis packt aus“ sollen Gewässer renaturiert, freilegt und für die Menschen wieder „erlebbar“ werden. Sie sollen so wieder ein ansehnliches und bestimmendes Element in der Landschaft und in den Kommunen sein.

Gleichzeitig trägt der Märkische Kreis mit dem Projekt der europäischen Wasserrahmenrichtlinie Rechnung. Hiernach müssen Flüsse nicht mehr nur in Abschnitten, sondern stets als überregionale Systeme betrachtet werden. Planungen, die über Kreis – und Gemeindegrenzen hinaus gehen, werden im Rahmen der Richtlinie verbindlich eingefordert. ▪ jjh

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