Schleifkotten: Abriss des Wohn- und Fabrikgebäudes

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„Alles muss raus“, hieß es in vergangenen Wochen. Der Müll wurde in Containern sortiert. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Nachdem das Mehrfamilienhaus mit dem angegliederten kleinen Fabrikgebäude in Schleifkotten bereits einige Monate ungenutzt an der B54 zwischen Meinerzhagen und Kierspe „herumstand“, steht jetzt der Gebäudeabriss unmittelbar bevor.

Begonnen hatte alles damit, dass die ehemalige Brücke für Fußgänger und Fahrzeuge über die Volme durch das Hochwasser der Volme im Laufe der Zeit marode geworden war und deshalb abgebrochen werden musste. Wer mit dem Auto nach Schleifkotten wollte, musste sich über einen nicht ausgebauten Waldweg wagen, Fußgängern stand eine Behelfsbrücke aus Holz zur Verfügung. Bei den Überlegungen für eine „Ersatzlösung“ hatten intensive Recherchen (unter anderem auch in den Bauakten aus dem Jahr 1905) ergeben, dass die Brücke nicht im Eigentum der Stadt oder einem anderen, öffentlichen Träger stand. Somit gab es auch keine „öffentliche Verpflichtung“, die Brückenanlage zu erneuern.

Die Alternative war letztendlich, dass sich der Märkische Kreis und die Stadt Meinerzhagen im vergangenen Jahr einigten, im Rahmen der geplanten Renaturierungsmaßnahmen der Volme, das Haus zu kaufen und dann abzureißen. Vor einigen Tagen wurden die notwendigen Arbeiten dazu aufgenommen. Dabei ging es zunächst um die Abholzung des Fichtenbestandes. Direkt im Anschluss rückten die Mitarbeiter des Nachrodter Unternehmens S. Müller an, um mit der Entkernung des Gebäudes zu beginnen.

Ähnlich wie im normalen Haushalt hatten sie hierfür „Mülleimer“ in Form von Containern für die verschiedensten Stoffe vor das Gebäude gestellt und sortierten die Abfälle und alles was nicht „niet-und nagelfest“ war in diese hinein.

Nach Abschluss dieser Arbeiten wird dann der bereits in „Lauerstellung“ bereitstehende Abrissbagger zum Einsatz kommen. Wenn dieser dann seinen Auftrag erfüllt hat, geht es an die Gestaltung des freigewordenen Geländes.

Im Rahmen des Projektes „Ein Kreis packt aus“ werden derzeit nach und nach im Kreisgebiet Gewässer renaturiert, freilegt und für die Menschen wieder „erlebbar“ gestaltet. Sie sollen so wieder ein ansehnliches und bestimmendes Element in der Landschaft und in den Kommunen sein.

Die intensive Nutzung der Wasserkraft durch den Menschen in der Vergangenheit hat auch an den Flüssen und Bächen im Märkischen Kreis ihre Spuren hinterlassen. Betonierte Uferbereiche und fehlende Retentionsflächen führten in den letzten Jahren an den insgesamt 226 Kilometer langen Wasserläufen im Märkischen Kreis immer wieder zu Überschwemmungen und verursachen Schäden. Mit der Maßnahme in Schleifkotten soll in einem weiteren Teilbereich „gegengesteuert“ werden.

„Wir bringen die Volme wieder dort hinbringen, wo sie hingehört: An die tiefste Stelle im Tal“, mit diesen Worten erläuterte bereits im Oktober diesen Jahres Jürgen Tischbiereck eindrucksvoll die geplante Maßnahme.

Wer zurzeit einen Blick auf den Verlauf der Volme in Schleifkotten richtet, sieht deutlich die fast rechtwinkelige Bachführung um das Gebäude herum. Es braucht wenig Fantasie oder Hydraulikkenntnisse sich vorzustellen, welchen Weg ein Hochwasser dort nimmt.

Nach Fertigstellung der „Geländearbeiten“ wird die Volme in Schleifkotten wieder ein natürliches Bachbett bekommen und sich in leichten Bögen abwärts schlängeln können. Insgesamt 60 000 Euro für den Abriss und 30 000 Euro für die Renaturierung werden die Arbeiten an diesem Projekt kosten. Die bereits bewilligte Bezuschussung beträgt rund 80 Prozent. Durch die Teilung des verbleibenden Eigenanteils mit dem Märkischen Kreis liegt der städtische Kostenanteil bei rund 9000 Euro. ▪ jjh

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