Woche der Ausbildung

Ausbildung hat einen hohen Stellenwert

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Azubi Walter Seibert – hier bei Lötarbeiten – fühlt sich wohl bei gwk und in Meinerzhagen. „Ich würde hier mein Leben lang bleiben“, sagt er.

Meinerzhagen - „Eine gute Ausbildung schützt vor Arbeitslosigkeit.“ Patrick Zeppenfeld ist geschäftsführender Gesellschafter bei der Firma gwk, der „Gesellschaft Wärme Kältetechnik“ mit Sitz in Scherl – und er hält die Qualifizierung von Fachkräften für enorm wichtig.

Zur Woche der Ausbildung, die von der Bundesagentur für Arbeit am Montag ausgerufen wurde, begrüßte Zeppenfeld am Dienstag Bürgermeister-Stellvertreter Rainer Schmidt und Britta Holthaus vom Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit in seiner Firma.

Zeppenfeld selbst hat für seinen Betrieb längst erkannt, dass die Ausbildung von Fachkräften einen hohen Stellenwert hat: „Wir bilden über Bedarf aus, in guten Jahren übernehmen wir sogar alle unsere Azubis.“ Momentan sind bei gwk 36 Auszubildende beschäftigt, sie alle helfen mit, den Betrieb auf Erfolgskurs zu halten. „Wir sind praktisch dazu verdammt, selbst auszubilden. Der Grund ist, dass Fachkräfte schlecht zu bekommen sind“, erläuterte Zeppenfeld. Dass das Unternehmen dafür einiges tun muss, ist auch seiner Kollegin, Ausbildungsleiterin Alexandra Haufer, klar: „Wenn man den Azubis Respekt entgegenbringt, bekommt man sehr viel zurück. Man muss menschlich bleiben.“

Die Woche der Ausbildung hat das Ziel, für die Einrichtung möglichst vieler Lehrstellen zu werben. Britta Holthaus berichtete am Montag, dass man in dieser Hinsicht zurzeit recht gut aufgestellt sei: „Es sind noch viele Stellen offen, selbst für den Ausbildungsstart noch in diesem Jahr“, erläuterte sie. Das betreffe zu einem großen Teil die bekannten Bereiche im Handwerk und im Dienstleistungsgewerbe.

Wie wichtig Ausbildung auch für die Stadt ist, betonte Rainer Schmidt, der auch darauf hinwies, dass Standortfaktoren wie Familienfreundlichkeit und genügend Angebote im Bereich von Kindertagesstätten und Schulen eine wesentliche Rolle bei der Wahl des Arbeitsplatzes darstellen. „Wir sind froh, dass gwk hier ist und darüber hinaus auch noch ausbildet“, lobte er.

Dass nicht alles Gold ist, was glänzt, machten Zeppenfeld und Haufer aber ebenfalls klar. Sie merkten an, dass das Bildungsniveau einiger Bewerber um einen Ausbildungsplatz nach ihren Erfahrungen abgesunken ist. „Oft gibt es beispielsweise eine Lese- oder Schreibschwäche.“ Deshalb verlasse man sich bei gwk auch auf den eigenen Einstellungstest, den alle potenziellen Azubis durchlaufen müssen. Auch Praktika vor der Ausbildung bilden nach Auffassung der gwk-Unternehmensleitung eine gute Möglichkeit, die jungen Menschen kennenzulernen.

Meinerzhagen sei auch für den Nachwuchs durchaus lebenswert, berichtete Zeppenfeld aus Erfahrungen in seiner Firma. „Es ist sehr schön hier. Und die Metropolen sind gerade für Familien nicht mehr so interessant. Das bestätigte auch Azubi Walter Seibert, der bei gwk zum Mechatroniker für Kältetechnik ausgebildet wird: „Ich habe all meine Freunde hier und viele Angebote für junge Menschen sind ganz in der Nähe. Ich würde hier mein Leben lang bleiben.“

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