Granulat bei Glätte nur noch selten im Einsatz

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Meinerzhagen - „Ich bin jetzt gut 14 Jahre in der Straßenmeisterei Herscheid im Einsatz und war fast genauso lange in einer Autobahnmeisterei tätig. Granulat nutzen wir für den Winterdienst mit unseren Fahrzeugen seit der gesamten Zeit nicht mehr“, erklärte Betriebsdienstleiter Ingo Fries am Freitag auf Anfrage der MZ.

Zuvor hatte ein Nutzer unseres Portals come-on.de kritisiert, dass dieses Material nicht mehr genutzt wird. Dadurch stünden insbesondere Lastwagen im Bereich der Autobahnabfahrt vor großen Problemen. Ingo Fries nennt jedoch gleich mehrere Gründe, warum Granulat nicht mehr zum Einsatz kommt. Der gravierendste davon: Es bilde nach dem Abtauen von Schnee und Eis wie Rollsplitt eine ebenfalls erhebliche Rutschgefahr. Aber auch die Gefahr der Sachbeschädigung von Fahrzeugen, die durch das körnige Material beim Streuvorgang getroffen werden könnten, sei nicht zu unterschätzen. 

Als gängige und sowohl wirkungsvolle und kostengünstige Lösungen hätten sich in den vergangenen Jahren beim Landesbetrieb Straßen zwei Varianten durchgesetzt:

1. Die Verwendung von angefeuchtetem Streusalz (70 Prozent Salz und 30 Prozent Salzlösung): Dieses wird nicht so schnell verweht wie Trockensalz und bietet gleichzeitig eine höhere Wirksamkeit als nur Trockensalz.

2. Die Verwendung einer sogenannten Salzsole: Sie besteht zu 78 Prozent aus Wasser und nur zu 22 Prozent aus Salz und bietet die Möglichkeit einer genaueren Verteilung auf den zu streuenden Flächen. Sie werde auf stark befahrenen Straßen nicht so schnell von der Fahrbahn verdrängt und vor allem beim vorbeugenden Winterdienst genutzt. 

So auch in dieser Woche, als die Streufahrzeuge bereits ab drei Uhr im Einsatz waren. Der dann etwa um sechs Uhr einsetzende stärkere Schneefall und der Berufsverkehr hätten dann dazu geführt, dass die Schneemassen schnell zu Matsch wurden und die Reifenprofile zusetzte. Dann hilft zusätzlich zum Streuen nur noch der Einsatz des Räumschildes. 

Granulat nur noch auf kleinen Fahrzeugen 

Gerade die wechselnden Temperaturen um die Nullgradgrenze verhindern das Entstehen einer festgefahrenen Schneedecke ebenso wie das vollständige Abtauen. Auch Bauhofleiter Jörg Muckenhaupt kennt diese für Autofahrer negative Wechselwirkung. Doch auch die Stadt verzichtet auf ihren großen Fahrzeugen auf den zusätzlichen Einsatz von Granulat. 

Bei den kleinen Fahrzeugen und den „Handeinsätzen“, die hauptsächlich auf Fußwegen und Plätzen zum Tragen kommen, ist für bestimmte Bereiche – meist in Steigungsstrecken und auf Treppenanlagen – Granulat durchaus beigemischt. Anders als ursprünglich jedoch bestehe dieses nicht mehr aus feinkörnigem Splitt, sondern aus Vulkangestein. Dessen Zersetzung sei größer – der Reinigungsaufwand würde so verringert und ein Zusetzen der Kanaleinläufe deutlich vermindert.

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