Telematik verringert den bürokratischen Aufwand

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An acht Fahrzeugen des Baubetriebshofes könnte ein so genanntes Telematiksystem installiert werden.

Meinerzhagen - Was bisher mühselig auf dem Papier dokumentiert werden muss, könnte schon bald automatisch erfasst werden: Wann war welches städtische Fahrzeug im Winterdienst wie lange im Einsatz? Eine so genannte Telematikanlage soll die entsprechenden Daten liefern.

Wie jedes Jahr in den Herbst- und Wintermonaten sind die Mitarbeiter der städtischen Bauhöfe und Straßenmeistereien gut vorbereitet. So auch am Baubetriebshof der Stadt Meinerzhagen. „Die Mannschaft und die Fahrzeuge sind einsatzbereit und der Blick auf die Wetterkarte ist in dieser Zeit eine Selbstverständlichkeit“, berichtet Bauhofleiter Jörg Muckenhaupt im Gespräch mit der MZ in seinem Büro in Darmche.

Beim Blick aus dem Fenster kann er einen Teil der insgesamt acht Winterdienstfahrzeuge sehen und auch die Zusatzgeräte, wie Räumschilder und Streuautomaten. Sie stehen noch in der Remise, da die Fahrzeuge im Moment noch für andere Einsatzzwecke gebraucht werden.

„Das Umrüsten ist in kurzer Zeit erledigt, sodass wir rechtzeitig zum Streuen und Räumen auf den Straßen von Meinerzhagen unterwegs sein können“, so Muckenhaupt. Aber nicht nur die städtischen Kräfte verrichten den Winterdienst. Unterstützt werden sie bei ihrem Einsatz auf den rund 150 Kilometern Gemeindestraßen von Privatunternehmen, das zumeist in den Außenbereichen.

Hinzu kommen Kreis-, Land- und Bundesstraßen, die vom Märkischen Kreis oder dem Landesbetrieb Straßen.NRW betreut werden. Für sie alle gilt: Nach dem eigentlichen Arbeitseinsatz beginnt die Dokumentationspflicht. Von Hand wird in die jeweiligen Straßen- und Wegelisten der genaue Zeitpunkt des Streudienstes eingetragen. Ein mühsames Unterfangen.

„Wir nutzen seit einiger Zeit ein Telematiksystem, dass uns diese Arbeit abnimmt“, berichtet der Attendorner Bauhofleiter Percy Kreis. Über GPS-Ortung und mit Sensoren an den Streugeräten und im Fahrzeug werden automatisch die Einsatzdaten erfasst, die zeitraubende Schreibarbeit entfällt. „Die Frage, duscht du schon oder schreibst du noch, stellt sich für die Kollegen nicht mehr“, schmunzelt Percy Kreis.

In der jüngsten Sitzung des Baubetriebshofausschusses der Stadt Meinerzhagen haben sich die Mitglieder dem Vorschlag der Verwaltung angeschlossen, ein derartiges System auch in Meinerzhagen einzusetzen. „Neben der Zeitersparnis ist vor allem die Sicherung von gerichtsverwertbaren Daten ein Aspekt“, weiß Jörg Muckenhaupt einen der Gründe für die rund 15 000 Euro teure Anschaffung zu nennen. Dabei geht es nach seinen Aussagen auch darum, in Zweifelsfällen und bei Bürgerbeschwerden objektive Fakten zu haben, die streitige Auseinandersetzungen schon im Vorfeld überflüssig machen könnten.

An acht Fahrzeugen sollen die Geräte zum Einsatz kommen. Zuvor werden aber noch Gespräche mit den Mitarbeitern und der Personalvertretung geführt. Deren Ergebnisse sollen dann in die Abfassung einer Betriebsvereinbarung über Art, Umfang und Nutzung der erfassten Daten einfließen.

Schon in der Ausschusssitzung hatte Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck eines ganz deutlich gemacht: „Es geht uns nicht um die Kontrolle der Kollegen, sondern um die Erfassung unserer Leistungen. Und das kann für den einzelnen Mitarbeiter durchaus zu seinem persönlichen Schutz sein.“

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