Winterdienst: Die Kosten haben sich verdoppelt

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Die Kosten für den Winterdienst haben sich durch den langen Winter in Meinerzhagen verdoppelt. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Dieser „Endlos-Winter“, der mit dem kalendarischen Frühlingsbeginn am Samstag und dazu bereits seit heute auch passenden Temperaturen nun hoffentlich beendet ist, hat bei der Stadt Meinerzhagen mehr als doppelt so viel gekostet wie ein „normaler“ Winter.

Baudezernent Gerd Schriever zog in der Sitzung des Bau- und Vergabeausschusses am Dienstag eine vorläufige Bilanz. Danach sind für den städtischen Winterdienst bis einschließlich Februar insgesamt rund 860 000 Euro an Kosten angefallen. Den Großteil dieser Summe machen die Aufwendungen des Baubetriebshofes aus. Dessen Mitarbeiter mussten ungezählte Überstunden leisten, waren an vielen Wochenenden und auch in den Nachtstunden im Einsatz.

Zum Vergleich: Der letzte richtig teure Winter erforderte 2005 von der Stadt einen finanziellen Aufwand in Höhe von 506 316 Euro. Im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre ergab sich eine Summe von jeweils rund 400 000 Euro.

Was diesen Winter so besonders teuer gemacht hat, war nicht seine besondere zeitliche Länge und der dadurch erhöhte Personalaufwand im Baubetriebshof. Wegen der großen Schneemengen musste zur Aufrechterhaltung der Verkehrsinfrastruktur auch in erheblichem Maße Schnee abgefahren werden. Allein das, so die Information des Baudezernenten, verursachte Kosten in Höhe von rund 100 000 Euro.

Kurios, aber erklärbar mit der ganz besonderen Ausnahmesituation, ist die Tatsache, dass der Aufwand für Streusalz mit bislang rund 45 000 Euro unter dem Vergleichswert des Vorjahres von rund 60 000 Euro liegt. „Wir haben über einen längeren Zeitraum die uns eigentlich vertraglich zugesicherten und dringend benötigten Nachlieferungen einfach nicht erhalten, weil bundesweit der Bedarf so groß war, dass ein akuter Engpass eintrat“, erläuterte Schriever im Ausschuss.

Unweigerlich wird die zu verzeichnende Kostenexplosion Auswirkungen auf die erst zum Jahreswechsel 2009/2010 von bislang 1,14 Euro auf nur noch 0,26 Euro gesenkte Winterdienstgebühr für die Eigentümer von umlagefähigen Straßen im Stadtkerngebiet haben. Nach einem vorgegebenen Verteilungsschlüssel werden im Ergebnis jeweils rund 25 Prozent der Gesamtkosten für den Winterdienst in Form der Gebühr an die Bürger weitergegeben. Eine deutliche Erhöhung der Winterdienstgebühr für 2011 ist damit programmiert. Die starke Gebührensenkung war zuletzt bedingt durch eine 2007 entstandene Kostenüberdeckung in Höhe von rund 90 000 Euro, die Gebühren mindernd weiterzugeben war. Insgesamt waren damals statt erwarteter 400 000 Euro nur 133 000 Euro an Gesamtkosten für den städtischen Winterdienst angefallen. ▪ -fe

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