Bauvoranfrage

Drei neue Windräder zwischen Wiebelsaat und Lengelscheid?

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Für drei neue Windenergieanlagen auf dem Höhenzug zwischen Wiebelsaat und Lengelscheid wurde jetzt eine Bauvoranfrage eingereicht.

Meinerzhagen - Entstehen im Bereich zwischen Wiebesaat und Lengelscheid in Autobahn-Nähe drei neue Windenergieanlagen? Eine entsprechende Bauvoranfrage jedenfalls ging jetzt im Rathaus ein.

Ein Investor möchte dort Stromerzeuger vom Typ Vestas V150 4.2 mit einem Rotordurchmesser von 150 Metern und einer Nennleistung von 4200 KW aufstellen. Der Bau von Winkraftanlagen ist in Meinerzhagen genau geregelt, was die exakten Standorte angeht. Dazu wurden zwei so genannte Vorrangzonen ausgewiesen. Nur dort dürfen Windräder installiert werden. Die jetzt ins Spiel gebrachten Flächen liegen klar außerhalb dieser Bereiche, weshalb ein solcher Plan dort zurzeit noch chancenlos ist. 

Rückblick: Vom Grundsatz her hat man sich in Meinerzhagen bereits bei der dritten Änderung des Flächennutzungsplanes im Jahr 2005 mit der Ausweisung von geeigneten Flächen für die Nutzung der Windenergieflächen befasst. Am Ende des Jahres 2015 erfolgte dann im Rahmen der damals eingeleiteten fünften Planänderung eine „Modifizierung“, an deren Ende insgesamt zwei Bereiche als geeignet festgelegt wurden.

Damit steht seitdem fest, wo unabhängig von weiteren gesetzlichen Vorschriften, beispielsweise baurechtlichen Vorgaben, Windräder stehen könnten und besonders, wo nicht. In den Ortslagen Hardenberg und Piene – zum Teil sind diese Flächen an der Ortsgrenze von Drolshagen gelegen – und südlich von Eseloh wären demnach geeignete Standorte vorhanden.

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Durch diese Vorgaben gebunden, hätte eigentlich die Diskussion um die Bauvoranfragen zur Errichtung von drei Windkraftanlagen im Bereich Lengelscheid/Wiebelsaat im jüngsten Bau- und Vergabeausschuss kurz ausfallen können. Dennoch befassten sich die Mitglieder intensiver mit dem Antrag. Nach zum Teil kontrovers geführtem Meinungsaustausch kam es letztendlich mit zwei Enthaltungen und drei Gegenstimmen zur mehrheitlichen Versagung des gemeindlichen Einvernehmens. Das bedeutet: Ohne eine Änderung des augenblicklich gültigen Flächennutzungsplanes darf im Bereich Wiebelsaat/Lengelscheid nicht gebaut werden.

Bei der Stadt ist man unterdessen dabei, einen entsprechenden Ratsbeschluss umzusetzen und geeignete neue Vorrangflächen für Windenergieanlagen zu suchen. Wann die zur Abstimmung vorgelegt werden können, steht aber noch nicht fest. Das liegt auch daran, dass nicht nur im Meinerzhagener Rathaus konkrete Vorgaben des Landes momentan noch fehlen.

Die seien zwar angekündigt, aber momentan wisse man nicht genau, woran man sei. So geht es beispielsweise auch um die Vorschriften, welche die Abstandsflächen zur nächsten Wohnbebauung betreffen. Sollten die in absehbarer Zeit in Düsseldorf etwa auf 1500 Meter festgelegt werden, könnte eine bereits erfolgte Ausweisung weiterer Vorrangflächen damit bereits wieder Makulatur sein.

Mit dem „Antrag auf Vorbescheid“ in Sachen der drei neuen Windenergieanlagen hat sich inzwischen auch der Beirat der Unteren Naturschutzbehörde im Kreishaus befasst. Dessen Vorsitzender Fritz Schröder kündigte dabei an, eine Stellungnahme anzufertigen, die allerdings noch nicht vorliegt.

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