Windkraft „ja“ – aber nicht überall

Auch auf dem Kohlberg, im Grenzgebiet zwischen Altena und Neuenrade, sollen Windräder gebaut werden. Diese Fotomontage der dortigen Windkraft-Gegner verdeutlicht die Dimensionen der knapp 200 Meter hohen Anlagen. In Altena regt sich gegen diese Planungen heftiger Widerstand.

Meinerzhagen - Windkraftanlagen liefern umweltfreundlichen Strom. Sie machen unabhängig von fossilen Energieträgern. Und dennoch sind die bis zu 200 Meter hohen „Mühlen“ nicht unumstritten. Schattenwurf, Geräuschentwicklung, „Verspargelung“ der Landschaft, Gefahren für Tiere wie etwa durch Kollision von Vögeln mit den Rotoren – Nachteile gibt es einige.

Und so war es kaum verwunderlich, dass das Thema „Änderung des Flächennutzungsplanes zur Aufhebung bestehender und Ausweisung neuer Konzentrationszonen für Windenergieanlagen“ im Ausschuss für Planung, Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt (PSVU) eine einstündige Diskussion auslöste. Dabei ging es in diesem Gremium eigentlich nur darum, das Verfahren zur Ausweisung von neuen Bereichen einzuleiten, auf denen die Windräder gebaut werden dürfen. Nach positivem Votum des Ausschusses kommen nun neben den Bürgern auch noch die Behörden, Nachbargemeinden und „Träger öffentlicher Belange“ zu Wort. Und natürlich werden sich auch die politischen Gremien der Stadt noch mit Details befassen.

Die Stadt Meinerzhagen hat durch das „Prozedere“ ein Ziel: Die Verwaltung möchte – nach Vorgaben des Rates – nur ganz bestimmte Zonen zur Verfügung stellen, also Einfluss auf die Standorte der Windräder nehmen.

Vier Anlagen laufen bereits im Stadtgebiet, zwei bei Mittelhagen und je eines in den Bereichen Pütthof und Hardenberg. Und schnell wurde klar, dass nach Ausschluss aller ungeeigneten Flächen nicht mehr viele Standorte übrig bleiben, an denen zusätzliche Windräder gebaut werden dürfen.

Das Büro Ökoplan aus Essen, vertreten durch Maik Palmer und Bernd Fehrmann, hat an den Planungen zur Ausweisung der neuen Konzentrationsflächen mitgearbeitet. Die Experten kamen zusammen mit der Verwaltung zu diesem Ergebnis: Geeignete Standorte befinden sich zwischen den Ortslagen Hardenberg und Piene, ein Teil der Fläche liegt an der Ortsgrenze zu Drolshagen. Der andere Bereich ist südlich von Eseloh angesiedelt. Er deckt teilweise die Fläche ab, die bereits als Konzentrationsfläche ausgewiesen ist. Und auch nördlich und südlich von Lengelscheid an der A 45 ist ein neuer Windkraft-Bereich geplant. Eine Höhenbegrenzung ist hier (noch) nicht festgeschrieben. „Heutige Anlagen sind in der Regel um die 180 Meter hoch“, erläuterte Achim Neubert von der Stadt Meinerzhagen.

Die bereits bestehenden Konzentrationsflächen sollen – ein positives Ratsvotum vorausgesetzt – „gelöscht“ werden. Hier dürfte kein neues Windrad mehr gebaut werden – auch dann nicht, wenn die bestehenden irreparabel defekt sind.

Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, die in Meinerzhagen dazu führten, dass nur noch kleine Gebiete überhaupt für die Ansiedlung neuer Windräder in Frage kommen: Schützenswerter Laubwald, die Nähe zum Flugplatz, Richtfunk-Trassen, extrem steile Hanglagen, Abstandsflächen die zu Straßen einzuhalten sind, Naturschutz-Gebiete, die Steinbrüche und Talsperren sind beispielsweise zu berücksichtigen. Landschaftsschutzgebiete und „normale“ Waldflächen zählen hingegen nicht mehr generell zu den Tabuzonen.

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