Dieser Mann kennt jeden Winkel Meinerzhagens

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Wilhelm Middel vermisst seit 29 Jahren Meinerzhagen.

Meinerzhagen - Wilhelm Middel kennt wahrscheinlich jeden Quadratmeter des Meinerzhagener Stadtgebietes. Den richtigen Standort zu finden, ist seit fast drei Jahrzehnten sein Job bei der Stadt.

Es ist deutlich unter null Grad Celsius kalt in Ebberg, an diesem Freitagmorgen. Nur langsam lichtet sich der Morgennebel und die Sicht wird besser. Gegen die Kälte sind der gelernte Vermessungstechniker Wilhelm Middel und seine Helferin Gisela Schulte durch die entsprechende Kleidung geschützt. 

Dass er den Durchblick, die Orientierung nicht verliert, verdankt er wiederum seiner Ausbildung und moderner Technik. 64 Jahre alt ist Middel und nunmehr 29 Jahre bei der Stadt als Vermessungstechniker beschäftigt. Zuvor arbeitete er in einem Ingenieurbüro. 

"Ich mag meine Arbeit"

Ans Aufhören denkt er allerdings derzeit nicht. „Ich mag meine Arbeit, bei der ich wohl so ziemlich jeden Quadratmeter der insgesamt ja 115 Quadratkilometer großen Stadtfläche dienstlich betreten habe“, erzählt er schmunzelnd im Gespräch mit der MZ vor Ort. 

Mit seinem Dienstwagen, einem Kleinbus, in dem zum einen die notwendigen Gerätschaften untergebracht sind, zum anderen auch ein „mobiler“ Arbeitsplatz, ist er in Ebberg eingetroffen. Sein Auftrag dort: Die Einmessung von Kanälen und weiteren Flächen. 

Handarbeit ist weiterhin gefragt

Ob für aktuelle Bauprojekte, die kontinuierliche Stadtplanung, Bestandsaufnahmen oder zur Klärung von Flächenlagen und Grenzverläufen: Wilhelm Middel bringt die Angelegenheiten auf den Punkt. Seit 2005 unterstützt ihn projektbezogen seine Kollegin Gisela Schulte. 

Denn auch in Zeiten hochmoderner Satellitenortung ist noch Hand- und Beinarbeit angesagt. Die verschiedenen Geräte, vom Tachymeter, über den Reflektor auf der Roverstange, der Nivellierlatte bis zum GPS-gestützten Kontroller, müssen nicht nur im Gelände positioniert werden, sondern auch einen ruhigen Stand haben, damit die Messungen exakt sind. 

Satellitenortung auf bis zu einem Zentimeter genau

„Auf ein bis maximal drei Zentimeter genau bestimmen wir mit der Satellitenortung die Messpunkte“, erläutert Wilhelm Middel mit dem bisher im Einsatz befindlichen Controller in der Hand. Der wiederum ist in die Jahre gekommen und kann aktuell nicht alle Navigations-Satelliten verwenden. 

Eine Nutzung des europäischen Navigationssystems Galileo, welches eine Alternative zum amerikanischen GPS-System darstellt, ist nicht möglich. Auch aus diesem Grund hat der Rat im Rahmen des Etats 2020 der Beschaffung eines neuen Gerätes zugestimmt. Etwa 22 000 Euro sind dafür veranschlagt.

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