Wichtige Infos zur Berufswahl

Auch die Bundeswehr war vertreten. Von Hauptfeldwebel Schnitger gab es Infos über die Laufbahn des Berufssoldaten.

MEINERZHAGEN/KIERSPE ▪ Exakt 978 „Schulpendler“ wechseln zurzeit zwischen Meinerzhagen und Kierspe.

Diese Jugendlichen verlassen täglich ihre Heimatstadt, um beim „Nachbarn“ entweder das Evangelische Gymnasium, Haupt-, Realschule oder die Gesamtschule zu besuchen. Und genau deshalb macht es absolut Sinn, eine Veranstaltung wie die heute in der Stadthalle zu organisieren. Dort wurde bis zum Nachmittag von den beiden Stadtmarketingvereinen in Kooperation mit den Verwaltungen zur ersten gemeinsamen Ausbildungsbörse eingeladen. Die richtete sich an die Jugendlichen aller weiterführenden Schulen in Meinerzhagen und Kierspe.

Über 30 Firmen und Institutionen hatten sich mit Info-Ständen in „Meinerzhagens guter Stube“ eingefunden, um mit dem Nachwuchs und damit potenziellen Arbeitskräften ins Gespräch zu kommen. Die Schülerinnen und Schüler ihrerseits konnten wertvolle Anregungen aus der „Arbeitswelt“ mit nach Hause nehmen – ein großes Plus bei der Entscheidung über die Berufswahl.

Fachkräftemangel – dieses Thema zog sich wie ein roter Faden durch viele Diskussionen. Ob Bundeswehr, Polizei oder die Firma Otto Fuchs, alle sind bemüht, geeignete Kräfte für sich zu „rekrutieren“. Stefan Laartz ist bei Fuchs Leiter der Abteilung „Personalentwicklung“. Auch er bezeichnete die heutige Messe als „wichtige Veranstaltung“. „Bei uns werden besonders im technischen Bereich Fachkräfte gesucht, und wir bilden natürlich auch selbst aus.“ Die Firma hat allerdings laut Laartz ein Problem: „Überregional sind wir in der Bevölkerung nicht so bekannt. Und weil wir nur wenige Endprodukte fertigen, kennen auch nur wenige unsere Angebotspalette.“ Heute jedenfalls stellten Laartz und seine Mitarbeiter viele Kontakte zu interessierten Jugendlichen her.

Das taten auch Polizei und Bundeswehr, die überraschend viele Anfragen von Schülerinnen bekamen. Betont wurde dabei immer wieder, dass sowohl die Streitkräfte als auch die Polizei ausbilden – sogar ein Studium ist möglich. Hauptfeldwebel Schnitger ging es heute in der Stadthalle auch darum, „gefährliches Halbwissen“ über die Bundeswehr auszuräumen „Wenn es knallt, sind wir in den Schlagzeilen. Dass wir in Afghanistan inzwischen das 23. Krankenhaus und den 47. Kindergarten aufgebaut haben, ist hingegen wenig bekannt.“ 2500 freie Ausbildungsstellen gebe es bei der Bundeswehr noch, informierte der Hauptfeldwebel.

Auch bei der Polizei ist „Nachwuchs“ gefragt. „Die neue Landesregierung hat die Neueinstellungen von 1100 auf 1400 erhöht“, hatte Oberkommissar Markus Müller mitzuteilen. Inzwischen benötigen alle Bewerber Abitur. „Und darüber hinaus müssen sie Voraussetzungen erfüllen wie eine bestimmte Körpergröße – bei Frauen 1,63 Meter, bei Männern 1,68 Meter. Sie müssen das Deutsche Sportabzeichen besitzen und den Rettungsschwimmerschein. Und schließlich gibt es für jeden Bewerber noch eine zweitägige Auswahlprüfung.“ Dennoch gibt es landesweit zwischen 6000 und 8000 Bewerber.

Vertreten waren bei der Ausbildungsmesse auch Firmen und Institutionen wie die Unternehmen GWK, Bernhardt und Schulte, Brück Fußboden, Tebit, die Volksbanken und Sparkasse, DAK, AOK, Barmer, die SIHK, CA Vending, der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband und die Autohäuser Sorgler und Knabe – um nur einige aufzuzählen.

Darüber freuten sich auch die offiziellen Vertreter der Städte Kierspe und Meinerzhagen, für die Bürgermeister Erhard Pierlings und Beigeordneter Olaf Stelse die Eröffnung der Messe vornahmen. Frank Maatz, Erster Beigeordneter in Meinerzhagen, freute sich jedenfalls über die „Begeisterung auf beiden Seiten“: „Alle profitieren von dieser Messe und wir stellen uns gemeinsam dar. Zusammenarbeit wird in Zukunft immer wichtiger, auch in Meinerzhagen und Kierspe.“ Olaf Stelse pflichtete seinem Kollegen bei: „Das ist ein positives Zusammenwirken und die beiden Stadtmarketingvereine kümmern sich wirklich vorbildlich darum.“ ▪ beil

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