Das Wetter im Winter

Ein Februar der Extreme

Reinhard Hinz betreibt in Redlendorf eine Wetterstation für den Deutschen Wetterdienst (DWD).
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Reinhard Hinz betreibt in Redlendorf eine Wetterstation für den Deutschen Wetterdienst (DWD).

Keine Frage: In Sachen Wetter hatte es dieser Februar in sich – auch in Meinerzhagen. Dem Eisregen-Wochenende am 6. und 7. Februar folgte zunächst eine Woche mit strengem Frost und dann eine mehrtägige Übergangsphase mit Tauwetter und Regen, der sich letztlich wiederum der etwa einwöchige verfrühte Frühlingseinbruch anschloss.

Meinerzhagen – Allerdings: „Rekordtemperaturen gab es nicht“, betont Reinhard Hinz. Der 81-jährige Meinerzhagener kennt sich mit dem Wetter in der Volmestadt aus, wie wohl kaum ein Zweiter. Seit 2007 betreibt er in der 390 Meter hoch gelegenen Ortslage Redlendorf eine Wetterstation für den Deutschen Wetterdienst (DWD) mit Luftthermometer, Bodenthermometer und Niederschlagsmesser. Die Daten hält er in vom DWD zur Verfügung gestellten Tagebüchern akribisch fest.

Keine Rekordwerte

Doch obgleich es keine Rekordwerte zu verzeichnen gab – die Temperatur-Unterschiede im Februar seien „schon ungewöhnlich“ gewesen, erläutert der Wetterbeobachter und verweist diesbezüglich auf die Differenz zwischen der niedrigsten und höchsten Tageshöchsttemperatur (gemessen in zwei Metern Höhe mit dem Luftthermometer). Diese belief sich am 9. Februar auf minus 7,5 Grad Celsius und am 24. und 25. Februar jeweils auf plus 17,2 Grad Celsius. „Ein Unterschied von 25 Grad Celsius innerhalb von zwei Wochen ist schon frappierend“, macht Reinhard Hinz deutlich.

Ebenfalls ein beachtlicher Wert: An 19 Tagen schien die Sonne. „Dieser Februar war schön und hell, egal ob es kalt oder warm war“, sagt Reinhard Hinz. Hingegen fiel der Niederschlags-Gesamtwert für den Monat mit 74 Millimetern (oder auch Liter pro Quadratmeter) „relativ gering“ aus und entspricht laut dem Wetterbeobachter „etwa zwei Dritteln der durchschnittlichen Februar-Menge“.

Gefrierender Regen

Einen vergleichsweise hohen Anteil hieran hatte wiederum gefrierender Regen. Bei der außergewöhnlichen Wetterlage am ersten Februar-Wochenende kam es bekanntlich nördlich der Luftmassengrenze zu starken Schneefällen wie zum Beispiel im Münsterland und in Ostwestfalen-Lippe, südlich davon hingegen verstärkt zu Eisregen. So auch in Meinerzhagen: In Redlendorf wurden am 6. Februar 6,73 Millimeter gefrierender Regen und am 7. Februar 10,66 Millimeter Niederschlag (erst gefrierender Regen, später Schnee) gemessen. „Das ist für gefrierenden Regen ungewöhnlich viel.“

Hingegen nur acht Tage mit Sonne, aber 30 Tage mit Niederschlag gab es für Reinhard Hinz im Januar zu verzeichnen. Hinzu kam an 20 Tagen eine geschlossene Schneedecke. Zum Vergleich: Im Februar waren es neun Tage. Insgesamt fielen im Januar 160 Millimeter Niederschlag. Für einen Januar sei dies „etwa ein Drittel über dem Schnitt“, erklärt Reinhard Hinz.

Der Winter lag im Soll

Stattdessen nur „leicht über dem Schnitt, fast normal“ war mit insgesamt 132 Millimetern die Niederschlags-Menge im Dezember, in dem es übrigens – ebenso wie im Januar – zu keinen extremen Temperaturen kam.

Die Sonne ließ sich im Dezember an zehn Tagen blicken, an 29 Tagen fiel Niederschlag. Dieser bestand nahezu ausschließlich aus Regen. Eine geschlossene Schneedecke gab es entsprechend während des gesamten Monats nicht – und somit blieben auch weiße Weihnachten einmal mehr Fehlanzeige. Übrigens: Weihnachten ohne Schnee, so erklärt Reinhard Hinz, sei nichts ungewöhnliches – im Gegenteil. Ein Weihnachten mit Schnee gebe es statistisch nur alle zehn Jahre. Und wie fällt das Fazit des Meinerzhagener Wetterbeobachters zum Winter 2020/2021 in der Volmestadt aus? Reinhard Hinz formuliert das so: „Nicht zu nass und nicht zu trocken. Mit insgesamt 360 Millimetern Niederschlag lag dieser Winter im Soll“, fasst Reinhard Hinz zusammen. Der Dezember und der Januar seien typisch regnerisch gewesen. Ausreißer und der freundlichste Wintermonat sei der Februar gewesen. Von Sonne, Regen, gefrierendem Regen, Schnee, strengem Frost bis hin zu Tauwetter und schließlich einem verfrühten Frühlingseinbruch: „Da war alles da. Interessant und abwechslungsreich.“

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