Kinder helfen dem Urmel aus dem Eis

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Auch Urmel bekam von Professor Habakuk Tibatong Sprachunterricht. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Ohrenbetäubender Lärm herrschte in der Stadthalle. Fast alle Stühle waren mit Kindergartenkindern und Grundschulkindern besetzt, die ohne ihre Eltern auf den Beginn von „Urmel aus dem Eis“ warteten. Es dauerte auch noch ein wenig. Mit einer kleinen Verspätung hob sich der Vorhang und der Geräuschpegel senkte sich sogleich.

Das Westfälische Landestheater war wieder einmal in Meinerzhagen zu Gast und dieses Mal hatte es ein musikalisches Theater nach Max Kruse mitgebracht. Professor Habakuk Tibatong hatte eine Methode entwickelt, Tieren das Sprechen beizubringen. Perfekt sind die Tiere nicht, doch fast. Ping, die Pinguindame, kann zwar kein „sch“ aussprechen und spricht es als „pf“, doch das bot ihrem Redefluss keinen Einhalt. Sie plapperte drauflos, was ihr Schnabel hergab.

Doch bald änderte sich in der kleinen Gemeinschaft alles. Ein Ei wurde gefunden und nach langem gemeinsamen Ausbrüten schlüpfte aus ihm ein kleines Urmel. Jedoch lange konnte das seltene Geschöpf nicht sicher unter den anderen Tieren leben, denn schon bald nahte König Pumponell, der Urmel als Jagdtrophäe seiner Sammlung einverleiben wollte. Das galt es zu verhindern.

Nicht, dass es nun in der Stadthalle mucksmäuschenstill geworden war, die Geräuschkulisse änderte sich. Laut riefen die Kinder dem Waran Wawa zu, wo die Gefahr für ihn lauerte und dem Professor Habakuk Tibatong halfen sie bei Wortfindungsstörungen.

Sogar dem bösen König Pumponell halfen die Kinder, wenn er sich auf der Bühne nicht recht auskannte. Es war, als ob die Kinder das Buch von Max Kruse in- und auswendig kannten. Lustige Lieder, zu denen die Kinder im Takt klatschten, gab es hin und wieder zu hören und die Kinder hatten ihren Spaß daran.

Doch nicht nur von der Bühne aus waren die fantasievollen Figuren aus Urmel aus dem Eis zu betrachten. Ab und an kam Wutz das Hausschwein mit Professor Habakuk Tibatong zu dem Publikum herunter, um auf Suche nach Urmel zu gehen.

Rund 80 Minuten dauerte das Theaterstück. Obwohl für Kinder recht lang, war Langeweile unter den Kleinen nicht auszumachen. Es gab ja auch viel Leben und Abwechslung auf der Bühne. Schön anzusehen, wie tolpatschig Urmel sich als Baby bewegte, wie traurig aussehend und singend der Seele-Fant war oder wie frech und dennoch liebenswürdig das kleine Hausschwein Wutz die Kinderherzen für sich eroberte. ▪ GeG

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