Bilanz der Bauern ist nicht optimal - aus diesen Gründen

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Der Landwirtschaftliche Kreisverband zog in dieser Woche seine Bilanz zum Bauernjahr. Auf dem Foto von links Ulrich Brinkmann, Günter Buttighoffer, Carola, Uwe, Johanna und Bastian Klaas.

Valbert – Genauso wie das Erntedankfest selbst, hat auch die Erntedank-Pressekonferenz des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes Kreisverband Märkischer Kreis eine alljährliche Tradition.

Mittlerweile zum 16. Mal traf man sich dazu am Mittwoch. Als Treffpunkt ausgewählt wurde dazu der Familienbetrieb Klaas in Mittelhagen. Was dort vor rund zehn Jahren mit der Haltung von Legehennen und daraus resultierend dem Eierverkauf begann, hat sich mittlerweile nicht nur in diesem Segment ausgeweitet. Vielmehr kam im April dieses Jahres ein Hofladen dazu. Hier gibt es weitere regionale Produkte, unter anderem Fleisch- und Wurstwaren, welche die Kunden locken.

Den mit der Errichtung des Geschäftes verbundenen Mut und die Kreativität der Landwirte samt ihrem Durchhaltevermögen lobte Kreisverbandsvorsitzender Günter Buttighoffer in seiner Bilanz des Bauernjahres. Darin ging er auf das zweite Trockenjahr in Folge in Verbindung mit Hitze ein, welches die Erträge in der Landwirtschaft erheblich gemindert hätte. Aus seiner Sicht dramatisch ist jedoch die Situation der Waldbesitzer. „Die Katastrophe spielt sich allerdings im Wald ab“. Damit gemeint ist die dort derzeit herrschende Lage mit geschädigten Beständen, die entweder den Wetterunbilden oder wie aktuell dem Borkenkäfer zuzurechnen sind und zum Teil zu drastischen Ertragseinbrüchen und sogar totalen Verlusten führen. 

Auch ein Thema in Buttighofers Bilanz: Die Niederschläge im Winter und Frühjahr. Diese konnten die fehlende Bodenfeuchte des letzten Jahres nicht kompensieren. „Dennoch hat uns der verregnete Mai beim Grünland einen hervorragenden ersten Schnitt beschert“. Auch der zweite Schnitt im Juni erbrachte eine gute Qualität und ausreichende Menge für die Fütterung der Milchkühe. Danach fehlte dann aber wieder Wasser, um diese positive Serie fortzusetzen. Der stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende und Schweinehalter Ulrich Brinckmann aus Iserlohn ist mit seiner Getreideernte rundum zufrieden. Seine daraus sich ergebende Aussage „meine Scheune ist randvoll, das gesamte Futter für meine Tiere für das nächste Jahr lagert hier vor unseren Augen“, habe allerdings keine landesweite Gültigkeit. Denn in NRW lag die Ernte unterhalb des langjährigen Durchschnitts und brachte unterschiedliche Qualitäten, die zu mäßigen Erzeugerpreisen vermarktet werden konnten.

Und „für das Gemüse sieht es böse aus, vieles ist unterentwickelt, einige Obst- und Gemüsesorten sind regelrecht verbrannt. Kartoffeln sind klein, trotzdem natürlich schmackhaft. Eine Chance haben unsere Gemüsebauern noch bei den letzten Herbstsorten bis November“, erklärt Ulrich Brinckmann. Beim Betriebsrundgang kam dann zum Abschluss eines nochmals klar zum Ausdruck: Landwirte müssen heute auch neue Ideen zur Modernisierung ihrer Betriebe entwickeln, um den wirtschaftlichen Anforderungen zur Sicherung des Fortbestandes ihrer Höfe gerecht werden zu können.

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