Gleich drei Delikte innerhalb von zwei Tagen

Betrunkener (40) muss Autoschlüssel abgeben - und greift zu Plan B

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Symbolbild

Meinerzhagen - Als Polizeibeamte am Vormittag des 28. März auf der Marienheider Straße in Meinerzhagen einen Pkw stoppten, staunten sie nicht schlecht.

Erstens: Der Fahrer hatte Alkohol getrunken – 1,73 Promille. Zweitens: Der 40-Jährige hatte keine Fahrerlaubnis. Die war er im Vorjahr wegen einer Trunkenheitsfahrt bereits losgeworden. Die Beamten reagierten sofort und nahmen dem Mann die Autoschlüssel ab. Doch damit nicht genug.

Knapp drei Stunden später griffen Polizisten den 40-Jährigen erneut mit seinem Wagen auf, diesmal in Kierspe. Er hatte kurzerhand den Ersatzschlüssel benutzt. Immer noch war der Mann alkoholisiert – 1,62 Promille. Der Fall landete nun vor dem Amtsgericht Meinerzhagen. 

Unfallflucht am Tag zuvor

Dort gab es gleich noch zwei weitere Vorwürfe zu verhandeln. So war der Angeklagte am Tag vor der doppelten Trunkenheitsfahrt schon einmal aufgefallen – ohne Fahrerlaubnis hatte der 40-Jährige die Volmestraße in Meinerzhagen befahren. An einer Ampel krachte er in den vor ihm fahrenden Wagen und floh vom Unfallort. „Die Frau hat an einer grünen Ampel abgebremst!“, erklärte der Angeklagte. Er sei schnell abgehauen, weil er ja schon einmal mit der Polizei zu tun gehabt habe: „Ich hab gedacht, die Frau hat mein Kennzeichen nicht gesehen.“ Besagte Frau blieb am Unfallort mit ihrem Auto samt Schaden zurück. 

Von den beiden Vorfällen Ende März offenbar nicht beeindruckt, setzte sich der Meinerzhagener am 18. Mai prompt wieder ans Steuer. Kurz vor 20 Uhr wurde eine Polizeistreifen auf der Volmestraße in Meinerzhagen auf das mittlerweile bekannte Fahrzeug des 40-Jährigen aufmerksam und nahm die Verfolgung auf. Nach kurzzeitigem Verlust des Sichtkontakts, trafen die Beamten den Wagen auf dem Kapellenweg wieder. 

Kumpel macht bei Lügen-Geschichte nicht mit

Ausgestiegen, aber eindeutig als Fahrer wiedererkannt, stand der Angeklagte an der Fahrertür. Zunächst versuchte er, zu lügen, indem er angab, nicht er, sondern sein ihn begleitender Kumpel sei gefahren. Der Kumpel stritt dies ab und auch die Beamten waren sich sicher, den Fahrer wiedererkannt zu haben.

Der Richter verurteilte den Meinerzhagener jetzt zu 150 Tagessätzen zu je – dem Einkommen als Hartz-IV-Empfänger angemessenen – 15 Euro, also zu 2250 Euro. Zudem sprach sich der Richter für eine 18-monatige Sperre zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis aus und entzog dem Angeklagten das Tatmittel, nämlich den Wagen.

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