Weniger Raser, weniger Unfallopfer auf den Straßen

Dienststellenleiter Michael Stumpe (l.) und ein Beamter bei der Geschwindigkeitsmessung mit Laserpistole.

MEINERZHAGEN ▪ Die Polizei erhöht den Druck auf Raser. Verstärkt wird an Unfallbrennpunkten kontrolliert. Niemand soll sich sicher sein, nicht erwischt werden zhu können. Ein Schwerpunkt: Die L 539 zwischen Meinerzhagen und Attendorn.

Mehrere Holzkreuze entlang der Straße zeugen von der traurigen Berühmtheit, die die Landstraße 539 zwischen Meinerzhagen und Attendorn in den letzten Jahren erlangt hat. Michael Stumpe kann sich allein an Unfälle mit insgesamt sechs Todesopfern erinnern. Der Leiter der Polizeiwache Meinerzhagen und seine Beamten wissen um die besondere Gefahrenträchtigkeit dieses Abschnitts. Unangepasste Geschwindigkeit und das Missachten der abschnittsweise angeordneten Überholverbote sind die häufigste Ursache für das Geschehen, das bei den Betroffenen und deren Familien viel Leid auslöst.

2009 verstärkt kontrolliert:

Erfolg lässt sich ablesen

„Im vergangenen Jahr hatten wir auf der Strecke erstmals seit längerer Zeit keine Toten zu beklagen“, resümiert der Polizeihauptkommissar. Er führt dies auch auf die erhöhte Kontroll- und Überwachungstätigkeit durch seine Beamten zurück. „Wir haben die L 539 zu einem besonderen Projekt für uns gemacht“, erläutert Stumpe. Bei Einheimischen scheint es sich mittlerweile auch herum gesprochen zu haben, dass man gut beraten ist, sich an die vorgegebenen Regeln zu halten. Gleichwohl fallen immer wieder noch Tempo- und Überhol sünder auf und kommen meist von außerhalb.

Am Montag war Start für eine landesweit so bislang einmalige Schwerpunktaktion der Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis. Wie bereits berichtet, werden im Rahmen des „Netzwerks Geschwindigkeit“ in diesem Jahr in Zusammenarbeit zwischen Kreis, Städten und der Polizei an verschiedenen Unfallschwerpunkten besonders intensive Tempomessungen vorgenommen. Das Neue daran: Es wird sogar im Vorfeld jeder Aktion vorher bekannt gegeben, an welchen Straßen gemessen wird. Das geschieht jeweils ein Woche lang über mindestens acht Stunden am Tag und teilweise auch in der Nacht. Anschließend wird sozusagen zur Kontrolle der Wirksamkeit dieser Maßnahme zunächst wieder mittels Seitenradarwagen verdeckt gemessen, ob Veränderungen am Verhalten der Verkehrsteilnehmer auf dem jeweiligen Straßenabschnitt festzustellen sind.

Mit der Laserpistole

Temposündern auf der Spur

Die L 539 gehört zu den Straßen, die wegen ihrer Unfallträchtigkeit in der jüngeren Vergangenheit in diese kreisweite Aktion einbezogen ist. Am Montag wurde unter anderem im Bereich Ihne gemessen – an einer Stelle, wo Tempo 70 und Überholverbot gelten. Die hier eingesetzten Beamten hatten reichlich zu tun. Schon kurz nach Aufnahme der Kontrolltätigkeit wurde mit Hilfe der geeichten Laserpistole ein erster „Rekordhalter“ mit 117 km/h ermittelt und angehalten. Ein Monat Fahrverbot, 160 Euro Bußgeld und drei Punkte in der Verkehrssünderkartei in Flensburg sind die Konsequenz.

Die meisten Verkehrsteilnehmer zeigen sich einsichtig, so die Erfahrung der eingesetzten Beamten. Und wenn dieser Effekt nachhaltig sein würde, wäre der erhoffte Erfolg demnächst auch ablesbar an der Unfallstatistik: Bei einer Reduzierung von Temposünden um 30 Prozent geht laut statistischen Erfahrungswerten die Zahl der Toten und Verletzten um die Hälfte zurück.

Horst vom Hofe

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