Katholischer Pfarrei steht großer Umbruch bevor

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Erstmals machten sich in diesem Jahr alle drei Gemeinden der Großpfarrei St. Maria Immaculata auf den Weg nach Marienheide. Künftig werden Meinerzhagener und Kiersper auch gemeinsam die Zukunft ihrer Pfarrei erörtern müssen.

Meinerzhagen - Die Katholiken in Meinerzhagen müssen sich offenbar erneut auf Umbrüche einstellen. Innerhalb der nächsten zwölf Monate soll ein „Pfarrentwicklungsprozess“ abgeschlossen sein.

Keine zehn Jahre ist es her, dass sich die Katholiken in Meinerzhagen und Kierspe auf Neues einlassen mussten: Mit der Bündelung der Gemeinden St. Marien, St. Josef und St. Christopherus entstand im Jahr 2006 die Großpfarrei St. Maria Immaculata. Mit dem Pfarrentwicklungsprozess stehen wieder Neuerungen an.

Entsprechende Informationen hat die Pfarrei nun in der neuen Ausgabe ihres Magazins „Smile“ veröffentlicht. Demnach habe das Bistum bereits im Mai 2015 in Meinerzhagen und Kierspe erste Impulse gesetzt, als Personaldezernent Dr. Kai Reinhold, Michael Meurer vom Pastoral-Dezernat und Thorsten Kleffken aus dem Dezernat Kirchengemeinden die Leitungsgremien der Pfarrei über den anstehenden Prozess informiert haben. Für die heimischen Katholiken ist seither klar: Ihre Kirche befindet sich weiter im Wandel.

Deutlicher Einbruch der Katholikenzahl

Reagieren muss das Bistum nach Berichten des Pfarrei-Magazins auf zahlreiche Veränderungen, die auch die derzeitige Struktur der Katholischen Kirche in Meinerzhagen und Kierspe in Frage stellen. So sei die Zahl der Gläubigen in St. Maria Immaculata von 2003 bis 2013 um 14,7 Prozent zurückgegangen (von 8516 auf 7268 Katholiken). Die Zahl der Gottesdienstfeiernden schrumpfte sogar um 40,5 Prozent – von 927 im Jahr 2003 auf 552 im Jahr 2013. Und die Perspektiven bis ins Jahr 2030 geben wenig Anlass zur Hoffnung: Im gesamten Bistum Essen wird – im Vergleich zu 2015 – ein weiterer Rückgang der Katholikenzahl um 19,3 Prozent auf dann 652 630 erwartet.

„Diese Veränderungen zwingen die Gemeinden, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie sie auch künftig eine lebendige Kirche sein können“, heißt es dazu in der neuen Ausgabe der „Smile“. Das Generalvikariat habe aber durchaus deutlich gemacht, dass das Bistum keinen „Masterplan“ vorlegen wolle, sondern vielmehr die einzelnen Pfarreien aufgefordert sind, „sich selbst zu entwickeln und ein zukunftsfähiges Konzept zu erarbeiten“. Wenngleich es nicht vorrangig um Geld, sondern eher um Strukturen und Gebäude gehe, wollen die Verantwortlichen auch den finanziellen Aspekt nicht aus den Augen verlieren: Um einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen, werde die Pfarrei ihre Kosten bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent, bis 2030 sogar um circa 50 Prozent reduzieren müssen.

Bischof hinterfragt bestehende Struktur

Zum Thema Struktur hinterfragt die Pfarrei, ob alles, was in den vergangenen Jahrzehnten aufgebaut wurde, noch in der Gegenwart Bestand haben muss. „Es geht in diesem Entwicklungsprozess sicher nicht darum, wie in den Gemeinden möglichst lange und so viel wie möglich an Gebäuden und Strukturen erhalten werden kann“, heißt es im Pfarrei-Magazin. Bischof Franz Josef Overbeck habe Anfang des Jahres in einem Brief an die Pfarrei unter anderem gefragt: „Was nutzt eine Kirche, wenn es keine Menschen gibt, die den christlichen Glauben für sich entdecken und leben?“

Alle Mitwirkenden seien innerhalb des anstehenden Prozesses gut beraten, „das Bewährte und Bestehende kritisch zu prüfen, das Gute zu behalten und beherzt Neues zu entdecken“, heißt es im Pfarrei-Magazin.

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