Weniger Besucher im Meinerzhagener Kino "City-Lichtspiele"

Heinz Theiss und seine Ehefrau Kornelia im Meinerzhagener Kinosaal, der bis zu 160 Gästen Platz bietet. -   Archivfoto: Beil

MEINERZHAGEN -   Heinz Theiss, Betreiber der Meinerzhagener City-Lichtspiele, ist nicht sehr optimistisch, was die Zukunft des Kinos im Allgemeinen angeht. „Der amerikanische Star-Regisseur George Lucas hat einmal gesagt: ,In weniger als 20 Jahren geht kein Mensch mehr ins Kino. Die Leute haben dann alles Nötige zu Hause’.“

Von Jürgen Beil

Den ganzen Sommer lang waren die Lichtspiele im Untergeschoss der Meinerzhagener Stadthalle nur am so genannten Filmkunst-Montag geöffnet. Ausgewählte Filme mit hohem Anspruch wurden und werden noch gezeigt. Die restliche Woche bleibt der 160 Personen fassende Saal, der der Stadt gehört, leer. Das soll sich laut Theiss jedoch wieder ändern: „Ab 17. Oktober werden wir wieder von freitags bis montags öffnen.“ Zum Anfang wird gleich ein Bundesstart angeboten. „Frau Ella“ mit Matthias Schweighöfer steht auf dem Spielplan – und das täglich. Und auch den ein oder anderen amerikanische Blockbuster werden die Eheleute Theiss ins Programm aufnehmen. Und das, obwohl Heinz Theiss eher wenig von diesen „Streifen“ hält: „Die Leute sind den us-amerikanischen Einheitsbrei einfach leid.“

Heimkino-Anlagen, Beamer und 3-D-Endgeräte sind längst in fast jedem Fachmarkt zu haben – oft für relativ wenig Geld. Diese handelsübliche Technik macht den Kinos das Leben schwer – so sieht es jedenfalls Heinz Theiss. „Selbst bei Bundesstarts in großen Städten, wo früher 2- bis 3000 Besucher kamen, sitzen inzwischen nur noch 250 Menschen im Saal. Das ist ein schlimmer Trend nach unten.“ Und die prekäre Situation hat natürlich auch vor Meinerzhagen nicht Halt gemacht. Theiss: „In der Woche und gerade im Sommer kamen zuletzt manchmal zwei Besucher und schon mal auch gar keiner.“ Das fehlende Interesse hat Theiss schließlich dazu bewogen, die Öffnungszeiten einzuschränken. Immerhin bleibt nun die Hoffnung auf Besserung im Winter. „Und es ist ja auch so: Kino bietet ein tolles Gemeinschaftserlebnis. Bei uns lacht bei einem Gag das ganze Kino – Zuhause lacht man allein.“

High-Tech im eigenen Wohnzimmer ist der eine Aspekt – die altmodische Ausstattung der City-Lichtspiele ein anderer. Sicherlich, so Theiss, liege es auch am Renovierungsstau, dass der Besuch sich in Meinerzhagen in Grenzen halte. Vor allen Dingen die Bestuhlung ist nicht mehr auf einem guten Stand. Hier wünscht sich Theiss Abhilfe. „Die Besucher der Filmkunst-Montage lieben das Ambiente in Meinerzhagen allerdings so wie es ist“, schränkt er ein. Dennoch: Der alte Teppich und die Sitze von „anno dazumal“ sind für den verwöhnten Kino-Gast sicherlich gewöhnungsbedürftig – auch wenn sie kein Grund sind, ganz auf einen Besuch der Lichtspiele zu verzichten. Die Pacht, die Theiss für die Räumlichkeiten zahlen muss, ist nach seiner Ansicht immerhin fair. „Sie liegt am unteren Rand.“

Dass junge Menschen allerdings für einen Kino-Besuch der Game-Konsole, dem PC oder der Blue-Ray-Disc verstärkt „entsagen“, das kann sich Heinz Theiss im Moment noch nicht vorstellen.

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