Meinerzhagener Erstklässler über die Schule in der Corona-Zeit

Die Masken sind in der Schule fast schon normal

Grundschule Kohlberg Deniz
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Der sechsjährige Deniz Gürsoy besucht die Grundschule Am Kohlberg und rechnet ganz besonders gerne. An den Schulalltag in der Corona-Zeit hat er sich inzwischen gewöhnt.

Was in den Tornister gehört? Bücher, Hefte, Etui, Brotdose – und Maske. Ohne Mund-Nasen-Schutz geht heute normalerweise kein Kind mehr zur Schule. Hände waschen vor Unterrichtsbeginn gehört zum Schulalltag, der sich seit der Corona-Pandemie verändert hat. Wie Erstklässler die Schule in den ersten Wochen erlebt haben – Deniz, Mika und Emma erzählen es anlässlich des Weltkindertages.

Meinerzhagen – Das typische Geschenk zur Einschulung im Jahr 2020? „Na klar, Masken“, antwortet Sandra Hoffmann. Ihre Tochter Emma besitze die meisten Masken in der Familie. „Die gab es am ersten Schultag als Geschenk.“ Sogar ihre Cousine Greta habe für sie eine Maske genäht, erzählt Emma. Besonders gut gefällt ihr der Mundschutz in Pink. Dass sie eben diesen aber jeden Tag aufziehen muss, „das ist nicht so schön“, findet die Sechsjährige. Ab der Schulgrenze, das weiß die Erstklässlerin genau, ist das jedoch Pflicht. Genauso wie das Händewaschen vor der ersten Unterrichtsstunde. Am Waschbecken gebe es dann erst einmal eine kleine Schlange. Danach startet die Grüffelo-Klasse 1c der Grundschule Am Kohlberg aber mit der gemeinsamen Begrüßung munter in den Tag.

Für Emma ist die Schule so, wie sie derzeit ist, normal. Dass sich mit der Pandemie vieles verändert hat, wissen dafür ihre Eltern. „Natürlich können wir froh sein, dass die Kinder in die Schule gehen können und arrangieren uns mit allem“, betont Emmas Mutter Sandra. Trotzdem habe sich vieles auch verändert, bedauert sie. So sei die Einschulungsfeier eben anders gewesen, als sie sie von ihrem älteren Sohn in Erinnerung habe, „einfach unpersönlicher, allein durch die Maske“. Durch den Abstand gehe Zwischenmenschliches verloren, befürchtet Sandra Hoffmann. Und Dinge, die eigentlich auch zum Schulleben gehören, könnten nicht stattfinden. Im Kindergarten sei es beispielsweise die Verkehrserziehung gewesen, die ausfallen musste. Dabei gehe es nicht allein um den fehlenden Fußgängerpass: Dies sei nur ein Beispiel für manches, was aufgrund der Pandemie eben nicht möglich sei.

Sternesammler

Gelernt wird dafür aber fleißig. Das kleine und große a, m und o kann Emmas Klasse schon, „aber Mama, Papa und Oma konnte ich schon vorher schreiben“, erzählt die Sechsjährige, die unbedingt ganz schnell lernen möchte „bis 100“ zu rechnen. Emma ist übrigens nicht nur Masken-, sondern auch Sternensammlerin. „Für gutes Benehmen gibt es nämlich einen Stern, man kann zwei Stück am Tag bekommen“, berichtet sie. Und wer die Hausaufgaben gut mache, bekomme einen blauen Stern, „ein roter Stern heißt megagut“. Da sie möglichst viele Sterne sammeln möchte, kennt Emma auch die Klassenregeln, die nichts mit Corona zu tun haben: „Es gibt zwei: Immer melden und nicht in die Klasse rufen!“

Schulanfänger gewöhnen sich schnell

Das weiß auch Deniz, der ebenfalls die 1c besucht. Dass er morgens vor allem seine Maske nicht vergessen darf, „das funktioniert gut“, lobt seine Mutter Funda Gürsoy. Hygiene- und Abstandsregeln seien für die Erstklässler vermutlich einfacher zu lernen: „Sie kennen den Schulalltag ja nicht anders. Die Älteren mussten sich wahrscheinlich etwas mehr daran gewöhnen.“ Das beste an der Schule? Für Deniz sind es, neben seinem Lieblingsfach Mathe, die Pausen. Dass jeder Jahrgang seinen Bereich hat, in dem er sich aufhalten darf – für Deniz kein Problem.

Dass er seinen Mund-Nasen-Schutz genauso wenig vergessen darf, wie seine Hausaufgaben, weiß auch Erstklässler Mika. „Mittlerweile ist das schon fast normal“, sagt Mikas Mutter Katja Drees. „Es ist auch erst einmal passiert, dass wir nicht daran gedacht haben.“ Im Tornister steckte für diesen Fall eine Ersatzmaske. Die beste Methode, um den Mundschutz nicht zu vergessen. „Ich setze sie morgens einfach schon zuhause auf“, sagt Mika. Auf dem Weg von Spädinghausen zur Bushaltestelle nach Wormgermühle ist das zwar nicht nötig, aber im Bus ist die Maske natürlich Pflicht. „Das ist nicht so schlimm“, meint der Sechsjährige, der die Wölfe-Klasse der Ebbeschule in Valbert besucht.

Dass er und seine Klassenkameraden neben den vielen neuen Dingen jetzt auch noch Abstands- und Hygieneregeln lernen müssen – „das geht schon“, sagt Mika. Und dass der Sportunterricht derzeit noch draußen auf dem Sportplatz stattfindet, sei bei dem schönen Wetter auch nicht schlimm.

Der Corona-Schulalltag – für die Schulanfänger ist er normal. „Dabei ist es natürlich schade, dass Dinge nicht möglich sind, die auch zur Schule gehören“, sagt Katja Drees. Ob es eine Weihnachtsfeier in der Klasse ihres Sohnes geben könne, stehe beispielsweise nicht fest. Die Abstands- und Hygienevorschriften gehen für Mika in Ordnung – und er kennt auch die wichtigste Regel am Schulmorgen: „Wir begrüßen den Hausmeister und die Lehrer.“

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