Hilfe auch aus Kierspe

Corona und die Staatskrise trifft das Kinderzentrum

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Das Kindererholungszentrum steht vor großen Schwierigkeiten. Nach einer Prognose fehlen der Einrichtung rund 80 000 Euro.

Kierspe – Belarus ist seit einigen Wochen in den Schlagzeilen der Weltpresse. Die Belarussen demonstrieren gegen den autoritären Staatspräsidenten Lukaschenko und gegen das Wahlergebnis der Präsidentenwahl.

Dabei geht es den Demonstranten um demokratische Reformen in Belarus – doch der „letzte Diktator Europas“ reagiert mit Gewalt und Hilferufen gen Russland fällt nicht Besseres ein, als mit Gewalt zu reagieren und den großen Bruder Putin um Hilfe anzurufen – eine Situation, die auch die Initiatoren der Tschernobylhilfe in Kierspe belastet, wie sie betonen.

Kinder und Jugendliche sollen sich erholen

Im vergangenen Jahr wurde noch mit 30 Frauen und Männern aus Westfalen (auch Rönsahl) das 25-jährige Jubiläum des Kinderzentrums Nadeshda gefeiert. „Deutlich wurde dabei eindrucksvoll, dass in diesen 25 Jahren ein erfolgreiches Erholungskinderzentrum für Kinder und Jugendliche, die sich von den immer noch beträchtlichen Folgen der Tschernobylkatastrophe erholen müssen, geschaffen wurde“, blickt Heinz-Georg Ackermeier zurück. „Dieses Kinderzentrum ist mit seinen Projekten der Nachhaltigkeit und Innovation auch eine Modelleinrichtung für die Republik Belarus insgesamt und für die deutsch-belarussische Partnerschaftsarbeit ein großes Versöhnungszeichen“, so Ackermeier weiter. 

Weniger Besucher im Kinderzentrum Nadesha 

Damals konnte man nicht ahnen, dass das Jahr 2020 eine besondere Herausforderung bedeuten würde – auch für das Kinderzentrum Nadeshda. Spätestens seit April ist auch dort nichts mehr so wie vor der Corona-Pandemie. Vom 13. April bis Mitte Juni musste das Kinderzentrum schließen und viele Mitarbeiter wurden in teilweise unbezahlten und teilweise bezahlten Urlaub geschickt. Erst seit Mitte Juni kommen wieder Kinder und Jugendliche zur Erholung in das Zentrum, aber nach wie vor in kleiner Auslastung. 

Die Sommerzeltlager dürfen auch weiterhin nicht stattfinden. „Das finanzielle Defizit des Kinderzentrums ist erheblich und wird aktuell mit 80 000 Euro prognostiziert“, rechnet Heinz-Georg Ackermeier vor. Anders als in Deutschland gebe es in Belarus keinen staatlichen Rettungsschirm. Im Gegenteil: Nach Aussage der staatlichen Behörden sollen die immensen Kosten für die Hygienemaßnahmen aus dem „Gewinn“ erwirtschaftet werden, den es natürlich in diesem Jahr gar nicht geben kann. „Eine prekäre Situation, die große Sorgen macht“, so Ackermeier.

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