1. come-on.de
  2. Volmetal
  3. Meinerzhagen

Engpässe drohen: Geschenke frühzeitig besorgen

Erstellt:

Von: Jürgen Beil

Kommentare

Marc Heyder rät: Wer an Weihnachten eine Kamera verschenken möchte, sollte mit dem Kauf nicht allzu lange warten.
Marc Heyder rät: Wer an Weihnachten eine Kamera verschenken möchte, sollte mit dem Kauf nicht allzu lange warten. © Beil, Jürgen

Wer seine Weihnachtsgeschenke in diesem Jahr früh besorgt, könnte im Vorteil sein. Denn: Lieferengpässe im Weihnachtsgeschäft scheinen 2021 nicht ausgeschlossen, sie sind teilweise schon Realität. Das gilt jedenfalls für viele Branchen.

Meinerzhagen – „Bücher sind eigentlich typische Last-Minute-Geschenke. Wenn in diesem Jahr Kunden aber quasi auf den letzten Drücker ein bestimmtes Buch haben möchten, dann kann ich leider keine Garantie geben, dass das klappt“, weiß Wolfgang Schmitz von der gleichnamigen Buchhandlung Zur Alten Post schon jetzt. Der Grund: „Papierknappheit und Kapazitätsengpässe in Druckereien bestimmen aktuell die Arbeit der Verlagshersteller.“ Wolfgang Schmitz jedenfalls rät in diesem Jahr dazu, frühzeitig zu bestellen; „Die Verlage bitten schon darum, größere Aufträge bereits jetzt aufzugeben.“ Das, so Schmitz weiter, erschwere natürlich die gesamte Kalkulation.

Auf Vorrat eingekauft

Im Betten- und Wäsche-Fachgeschäft Lienenkämper an der Hauptstraße sind keine Lücken im Sortiment vorhanden. „Wir haben noch alles, was wir auch in den vergangenen Jahren geführt haben“, berichtet Birgitta Lienenkämper. Gleichwohl sagt sie: „Allgemein ist es so, dass die Lieferketten problematischer geworden sind. Und die Lieferzeiten haben sich erhöht.“ Auswirkungen auf das Geschäft habe das noch nicht – auch weil Birgitta und Jan Lienenkämper rechtzeitig auf Vorrat eingekauft haben und das weiter tun. „Wir haben uns gut bevorratet und bestellen weiter auf Vorrat“, erläutert Birgitta Lienenkämper. Und ihren Kunden rät auch sie, wenn es um Weihnachtsgeschenke geht, sich früher zu entscheiden, als in den vergangenen Jahren.

Woran es liegt, dass die Lieferketten jetzt „träger“ reagieren, weiß die heimische Geschäftsfrau nicht genau. Sie vermutet allerdings, dass die Engpässe unter anderem dadurch entstanden sind, dass in den großen Containerhäfen Arbeiter fehlen. Die Preise seien in ihrem Betten- und Wäsche-Fachgeschäft allerdings stabil, betont Birgitta Lienenkämper – und das seit einigen Monaten.

„Wir haben wirklich große Probleme.“ Marc Heyder, Inhaber des Foto-Fachgeschäftes an der Hauptstraße, beschreibt damit hauptsächlich die Situation bei den Digitalkameras, die für ihn im Moment oft nur sehr schwer nachzubestellen sind. Der Grund: Chip-Mangel. Die für die Produktion unverzichtbaren Bauteile sind momentan rar, auf die Produktion verschiedener Hersteller hat das negative Auswirkungen.

Lange Lieferzeiten

Marx Heyder nennt ein Beispiel: „Ich habe eine Kamera im Juni bestellt. Ob sie in diesem Jahr noch lieferbar ist, weiß ich nicht. Und jetzt gerade habe ich eine weitere geordert, die soll in der dritten Dezemberwoche kommen.“ Seinen Kunden empfiehl der heimische Geschäftsmann: „Wer Weihnachten eine Kamera verschenken möchte, sollte jetzt loslegen. Das betrifft eigentlich auch Kameras aus allen Segmenten. Angefangen bei Einsteigermodellen ab 100 Euro bis zu hochpreisigen Kameras.“

Neben dem Chip-Mangel tut sich für Marc Heyder ein zweites Problem auf: „Die Kosten für die Container-Transporte sind enorm gestiegen. Und man kann sagen, dass die Ware durchweg aus Asien mit dem Schiff kommt.“ Betroffen, so der Foto-Fachmann, sei aber wohl die gesamte Elektronik-Branche. Die Preise für Kameras seien bei ihm aber noch stabil. Was im kommenden Jahr wird, das könne aber auch er nicht voraussagen. „Wenn die Engpässe längere Zeit bleiben, wird es wohl teurer“, vermutet Marc Heyder.

Auch interessant

Kommentare