Mit Weihnachtsbäumen helfen

Seit 35 Jahren ist Manfred Göbel für die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe tätig.

Meinerzhagen - Vor einigen Tagen standen sie noch im Mittelpunkt der weihnachtlichen Bescherung, spätestens am 10. Januar haben sie jedoch ausgedient: die Weihnachtsbäume. An diesem Tag werden sie in Meinerzhagen ab 9.15 Uhr wieder eingesammelt.

Von Jürgen Beil

Wie in den Vorjahren sind auch diesmal Thomas Arens und sein Helferstab mit der Organisation der Sammelaktion befasst. Die „Aktivisten“ nehmen die Arbeit vorrangig nicht deshalb auf sich, um das Entsorgungsproblem zu lösen. Vielmehr sind Arens und seine zahlreichen ehrenamtlichen Helfer im Dienste der guten Sache unterwegs. Denn: Für jeden eingesammelten Baum wird eine Spende erbeten. Das Geld kommt – wie seit zwei Jahren üblich – Menschen in Brasilien zugute, die an Lepra erkrankt sind.

1974 führte Willi Arens diese Hilfsaktion erstmals durch, bis sie vor einigen Jahren von seinem Sohn Thomas übernommen wurde. Lange unterstützten Arens und seine ehrenamtlichen Helfer mit dem Erlös die Leprahilfe im indischen Pullambady. Weil die Lepra in Indien inzwischen offiziell aber nicht mehr auftritt, suchte sich die heimische Initiative ein anderes Betätigungsfeld, das schnell gefunden wurde: Jetzt kommt das Geld der Leprahilfe in Brasilien zugute, die von Manfred Göbel organisiert wird.

1979 ging Göbel im Auftrag der „DAHW – Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe“ nach Brasilien, wo er seitdem Tausenden von Lepra-Patienten beistehen konnte. Die Bekämpfung der Krankheit ist für ihn mehr als nur ein Job, diese Mission bestimmt sein Leben. Davon berichtete er auch bei einem Besuch in Meinerzhagen. Göbel ist mit der brasilianischen Lepra-Ärztin Marisa verheiratet und arbeitet als einer von drei Koordinatoren der DAHW in Brasilien. Im Westen des Landes organisiert er die Unterstützung des Hilfswerks für die Leprakranken. „Wir investieren in die praxisnahe Ausbildung von Gesundheitspersonal, um damit das ,active case finding‘, die aktive Fallsuche, zu stärken. Außerdem organisieren wir Aufklärungsprogramme, damit die Frühdiagnose erleichtert und Stigmatisierungen reduziert werden – dazu kommt die gemeindenahe Rehabilitation. Dazu gehören Selbsthilfegruppen, das Kinderhilfswerk mit Tagesstätten sowie eine Berufsausbildung für Leprakranke in Zusammenarbeit mit der Kolping-Gesellschaft als Partnerorganisation“, beschreibt Göbel seinen Alltag. Die Meinerzhagener Aktion leistet dabei einen großen Beitrag, denn seit Einführung der Christbaumsammlung im Jahr 1974 kam in der Volmestadt ein sechsstelliger Betrag zusammen. „Zwischen 8000 und 10 000 Euro werden pro Jahr inzwischen gespendet“, berichtet Thomas Arens.

Am 10. Januar sollten die ausgedienten Bäume gut sichtbar am Straßenrand abgelegt werden, um 9.15 Uhr beginnt die Sammlung. 22 Fahrzeuge, zur Verfügung gestellt von heimischen Unternehmen, werden diesmal unterwegs sein. Um das ganze Stadtgebiet abzudecken, sind außerdem circa 150 Helfer nötig. „Wer mitmachen möchte, ist willkommen“, bittet Thomas Arens um weitere „Ehrenamtliche“, die sich noch unter Tel. 01 70-4 15 86 65 für die Sammelaktion anmelden können.

Die Bäume werden wieder auf dem Platz der Erdaushubdeponie im Industriegebiet Schwenke unter Aufsicht der Feuerwehr-Löschgruppe Willertshagen verbrannt. In der angrenzenden Lagerhalle der Stadtwerke serviert das heimische DRK derweil Erbsensuppe und Getränke.

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