"Aus" für traditionelle Weihnachtsbaumsammlung

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Die Feuerwehr half, Firmen stellten Transporter zur Verfügung und viele Vereine und Institutionen machten mit. Doch im kommenden Jahr endet die Ära der Weihnachtsbaum-Sammlungen für den guten Zweck in Meinerzhagen.

MEINERZHAGEN - Seit 1974 war es in Meinerzhagen Tradition: Die Weihnachtsbäume wurden nach dem Fest im Januar von ehrenamtlichen Helfern eingesammelt und anschließend verbrannt. Der Erlös wurde gespendet. Doch im kommenden Jahr wird alles anders:

Dann rückt das Entsorgungsunternehmen Lobbe an und holt die ausgedienten Bäume ab. Die Kosten dafür fließen in die Müllgebühr ein. 

Die Geschichte der Meinerzhagener Weihnachtsbaumsammlung begann 1974 und sie ist untrennbar mit einer Person verknüpft: Willi Arens. Der inzwischen verstorbene Volmestädter rief die Aktion ins Leben und spendete den Erlös über Jahrzehnte für die Leprahilfe in Indien. Später sprang sein Sohn Thomas Arens ein und führte die Sammlung weiter. Er stellte das eingenommene Geld der Leprahilfe in Brasilien zur Verfügung. Am 9. Januar 2018 werden nun erstmals Fahrzeuge der Firma Lobbe durch Meinerzhagen rollen und die Weihnachtsbäume abtransportieren.

„Hintergrund der Neuregelung ist die Aufgabe der ehrenamtlichen Aktion durch die bislang Beteiligten“, heißt es dazu in einer aktuellen Pressemitteilung der Stadt Meinerzhagen. Zu Wort kommt darin auch Heinz-Gerd Maikranz, der städtische Fachbereichsleiter Bürgerservice: „War der Tag der Abholung über viele Jahre hinweg ein fester Termin für einen gemeinsamen Einsatz, so hat die Initiative nun offenbar leider ein Ende gefunden“, bedauert er und fügt hinzu: „Trotz Anfragen bei verschiedenen Vereinen und bislang Beteiligten konnten wir keine Nachfolgeregelung dafür erzielen, dass die spendenbasierte und ehrenamtliche Abholung weitergeführt wird.“ Als Alternative habe die Stadt nun die Firma Lobbe mit der Entsorgung und dem Abtransport der Tannenbäume beauftragt.

„Wir bedauern vor allem, dass diese von Seiten der Bürgerschaft lieb gewonnene und schöne Initiative nach 43 Jahren trotz intensiver Bemühungen nicht weitergeführt wird“, ergänzt Jürgen Tischbiereck, Leiter des Fachbereiches Technischer Service. Aus jetziger Sicht erscheine es unmöglich, einen gemeinsamen ehrenamtlichen Zweck zu finden, dem sich alle Vereine verschreiben könnten, wird als Begründung für die Einstellung der Sammelaktion in ihrer bisherigen Form in der Pressemitteilung angeführt. Tischbiereck hat die Hoffnung aber noch nicht ganz aufgegeben: „Trotzdem hoffen wir für das dann kommende Jahr auf eine andere Lösung. Jetzt allerdings müssen wir konkret planen und handeln, sodass uns keine andere Möglichkeit als die professionelle Entsorgung bleibt.“

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