St. Martin: Gemischte Gefühle bei Feier

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Der Gemeinderat mit von links Christoph Kistner, Rosetta und Giuseppe Pisano, dahinter Nicole Breker und Pfarrer Thorsten Rehberg sowie ganz rechts als Gast der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats der Gesamtgemeinde St. Immaculata, Ulrich Jatzkowski.

Meinerzhagen - Der Grundstein datiert aus dem Jahr 1966 und das Weihefest fand im Beisein von Bischof Hengsbach am 15. Juli 1967 statt: Bei einer Abendmesse blickten die katholischen Gemeindeglieder aus dem Bereich Birkeshöh am Samstag auf das 50-jährige Bestehen der Kirche St. Martin zurück.

„Mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, wie Pfarrer Thorsten Rehberg eingangs gestand, denn vor einem Jahr haben Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand der Gesamtgemeinde St. Immaculata die Aufgabe der Martinskirche beschlossen.

„Wir begehen deshalb heute Abend kein rauschendes Jubiläumsfest“, erklärte der Pfarrer eingangs der Messe. Etwas verhalten, aber nicht weniger festlich, könne die Gemeinde auf die vergangenen 50 Jahre zurückblicken, so Rehberg. Dazu wurden neben Gebet und Einkehr viele Lieder gesungen. Für eine gekonnte Begleitung sorgten die Sängerinnen und Sänger des Gemeindechores unter der Leitung von Kirchenmusikerin Maria Hartelt. Sie spielte während der Abendmesse auch die Orgel.

Nostalgie und natürlich Wehmut über das wahrscheinlich nahe Ende der Kirche bestimmten den Abend. Die Entscheidung über die im Pfarrei-Entwicklungsprozess beschlossene Aufgabe aus wirtschaftlichen Gründen liegt aktuell in den Händen des Bischofs. In drei bis vier Monaten wird mit einer Entscheidung des Bistums Essen gerechnet.

In der Vergangenheit dem Wirken Gottes nachspüren – dazu rief Pfarrer Thorsten Rehberg die gut 100 Teilnehmer der Messe auf. Christoph Kistner vom Gemeinderat bot dazu passend einen Streifzug durch die Geschichte der Gemeinde St. Martin an. Aus vielen alten Fotos hatte er 100 ausgewählt. So wurden aus 50 Jahre Gemeindeleben genau 20 unterhaltsamen Minuten.

Am Beginn standen die Grundsteinlegung im Sommer 1966, das Richtfest im November und das Weihefest am 15. Juli 1967. Die neue Kirche präsentierte sich damals in einem strahlenden Weiß. Viele Jahre wurde die Gemeinde von Pastor Hans-Theo Schulte betreut. Neben den Messen entwickelte sich ein reges Gemeindeleben. Es gab Basare, Pfarrfeste, Martinszüge, Buchausstellungen, Ausflüge und Seniorenfeiern. Durch Herbert Trambacz wurde bereits im Herbst 1967 eine Pfarrbücherei in der Krypta eingerichtet. Jugendgruppen, Singkreis und Musikgruppen entstanden. Im Mai 1968 fand die erste Firmung statt.

1975 wurde das angrenzende Pfarrheim eingeweiht. Die Kirche, der bereits 1964 fertiggestellte Kindergarten und das Pfarrheim bildeten jetzt ein richtiges Gemeindezentrum auf dem schon 1960 vom Bistum im Neubaugebiet Birkeshöh erworbenem Grundstück. Nach dem Abschied von Pastor Schulte am 30. November 1980 folgte eine Zeit, in der die Seelsorger in St. Martin häufig wechselten. 1990 musste die Außenfassade der Kirche wegen ständiger Wasserschäden mit Kupferblech abgedichtet werden – aus dem früheren Weiß wurde so ein fast schwarzer Farbton. 1993 folgten große Renovierungsarbeiten im Innern der Kirche. Zur Wiedereröffnung im Mai gab es ein Konzert mit dem Chor Gospel-Express,

Als einen spürbaren Einschnitt bezeichnete Christoph Kistner den Tod von Pfarrer Josef Bentfeld am 3. Dezember 1994. So konnte 1995 erstmals in St. Martin keine Osternacht gefeiert werden, weil kein Priester zur Verfügung stand. Mit der Neugliederung der Pfarreien im Bistum Essen wurde die Expositur St. Martin zum 1. Oktober 2006 aufgelöst und fortan als Filialkirche der Großpfarrei St. Maria Immaculata zugeordnet.

Die große Fotoschau lief in einer Dauerschleife auch während des anschließenden Abendessens. Pfarrer Thorsten Rehberg dankte den vielen Helferinnen und Helfern, die das Beisammensein organisiert hatten. Es wurde von den Besuchern der Messe gerne angenommen. Im Gespräch boten sich dabei noch einmal ganz persönliche Rückblicke auf 50 Jahre St. Martin.

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