"Karnevalshochburg" Meinerzhagen

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In der Grundschule Am Kohlberg wurde Weiberfastnacht gefeiert.

Wenn einer weiß, wie es um die Narretei in Meinerzhagen bestellt ist, dann das Stadtoberhaupt: Nicht ohne Grund begrüßte Jan Nesselrath die verkleideten „Weiber“ der Stadtverwaltung am Donnerstag in der „Karnevalshochburg Meinerzhagen“ – wenn auch mit einem deutlich sichtbaren Augenzwinkern.

Meinerzhagen - Doch die, die in sein Büro gekommen waren, hielten die Fahne des Karnevals hoch und bewiesen, dass die fünfte Jahresezeit auch in Westfalen viele Anhänger hat. 

Etwa 40 Frauen trafen sich pünktlich um 11.11 Uhr im Flur vor dem Ratssaal, um sich mit Musik und Tanz auf den „Angriff“ auf zwei ihrer Chefs vorzubereiten: Die Krawatten von Bürgermeister Jan Nesselrath und seinem Allgemeiner Vertreter Helmut Klose mussten dran glauben, ehe Anja Rosenau traditionell auf die zur Bütt umfunktionierte Treppe stieg, um einige launige Spitzen in Richtung Chefetage und Karnevalsverweigerer abzufeuern – schließlich habe etwa nur die Hälfte der weiblichen Belegschaft mitgefeiert. „Rührt die Werbetrommel, damit´s im nächsten Jahr mehr sind!“, forderte Rosenau die „Weiber“ auf.

Weiberfastnacht in Meinerzhagen

Weitaus höher war die Quote der Karnevalisten an der Grundschule Am Kohlberg. Harry Potter und Benjamin Blümchen müssen nämlich kein Mathe pauken – schon gar nicht an Karneval. Dass die Grundschule am Donnerstag eine kleine Hochburg war, war am Vormittag auch nicht zu überhören. Bis auf den Schulhof schallte die Musik – ein kleiner Vorgeschmack auf das närrische Treiben im Gebäude, wo die Polonaise nach der Pause immer länger wurde und aus den Klassen Prinzessinnen, Drachen, Polizisten, Punker und Harry Potter entschlüpften und sich in die Aula schlängelten. Hier wurde dann die erste Rakete gezündet und Schüler und Lehrer feierten mit viel Musik und einem kleinen Programm auf der Bühne, das einzelne Klassen vorbereitet hatten. 

Kunterbunt ging es auch im Katholischen Familienzentrum St. Martin zu, wo an Weiberfastnacht traditionell Kinder, Mütter und Erzieherinnen Karneval feiern – mit Disco, Bewegungsspielen und einem leckeren Büfett.

Weiberfastnacht – diese Feier hat im Wilhelm-Langemann-Haus an der Mühlenbergstraße eine lange Tradition. Sozialdienstleiterin Martina Hüttebräucker und Einrichtungsleiterin Ingrid Papst begrüßten dazu gestern knapp 50 Bewohner der Senioreneinrichtung an der Mühlenbergstraße. Sketche, Büttenreden und natürlich Tanz und eine Polonaise gehörten bei der Party im Eingangsbereich dazu. Für Live-Musik sorgte Arno Langenohl am Keyboard. Eine Stunde lang vergnügten sich Mitarbeiterinnen und Bewohner bei Bowle und Knabbereien am bunten Programm.

Bei Kaffee, Berliner Ballen und Knabberzeug stimmte sich die katholische Frauengemeinschaft (KFD) bereits am Dienstag auf die fünfte Jahreszeit ein. Fürs närrische Kaffeetrinken waren der Pfarrsaal von St. Marien mit Girlanden und Luftschlangen geschmückt worden, und auch die rund 20 Frauen hatten sich dem Anlass gemäß gekleidet oder „wohl behütet“. So fand sich nicht nur ein Mexikaner mit farbenprächtigem Poncho und Strohhut in der munteren Runde, auch eine schwarze Katze, ein Gartenzwerg im blauen Kittel mit Zipfelmütze und ein Orientale im Turban und Maske waren mit von der Partie. Karnevals- und Stimmungslieder luden zum Mitsingen und Schunkeln ein.

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