Osterfeuer untersagt

Grillen in Zeiten von Corona: Ämter schauen auch im Garten vorbei

+
Ordnungsbehörden dürfen sogar gegen Grillparties auf Privatgrund vorgehen, um die Kontaktsperre durchzusetzen und die Ausbreitung des Coronavirus zu vermeiden.

Sebastian Putz, Leiter des Ordnungsamts in Nachrodt-Wiblingwerde, hat's schwarz auf weiß: Die Ordnungsbehörden dürfen auch gegen Grillparties auf Privatgrundstücken vorgehen.

  • Die Ordnungsämter im Märkischen Kreis dürfen gegen Feiern auf Privatgrundstücken vorgehen
  • Nicht alle Menschen halten sich an das Kontaktverbot wegen des Coronavirus
  • Auch Osterfeuer dürfen nicht stattfinden

Meinerzhagen/Nachrodt - Bisher herrschte die Meinung vor, dass sich die Auflagen zum Schutz vor dem Coronavirus auf den öffentlichen Raum beschränken würden. Das wollte der Leiter des Nachrodt-Wiblingwerder Ordnungsamtes genauer wissen und fragte beim NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales nach.

Klare Antwort von höchster Stelle: Im Rahmen sogenannter Einzelverfügungen dürfen die Ordnungsämter alle Maßnahmen ergreifen, die in ihren Augen notwendig sind, um die Ausbreitung des Coronavirus abzumildern. 

+++ Hier geht's zum Coronavirus-Newsticker aus dem MK +++

+++ Hier geht's zum Coronavirus-Newsticker aus NRW +++

Coronavirus: So darf das Ordnungsamt bei Feiern auf Privatgrundstücken eingreifen

Für ihn bedeute diese Mitteilung, dass das Ordnungsamt durchaus auch Menschenansammlungen auf Privatgrundstücken auflösen könne, sagte Putz. Kämen die Besucher einer solcher Veranstaltung dem nicht nach, könnten auch Bußgelder verhängt werden.

Thomas Dröscher vom Meinerzhagener Ordnungsamt bestätigt die Ergebnisse, die in Nachrodt recherchiert wurden. Sanktionen seien aber gar nicht das Ziel von ihm und seinen Kollegen: „Augenmaß und Überzeugungskraft“ – diese Devise gelte, wenn sich die Ordnungsamts-Mitarbeiter aufmachen, um die Einhaltung der Schutzmaßnahmen zu kontrollieren.

Coronavirus im MK: Überall die gleichen Maßstäbe 

Und das sei im gesamten Märkischen Kreis so. Warum, das erläutert Thomas Dröscher: „Die meisten Ordnungsämter im Kreis arbeiten in einer Art Verbund zusammen und tauschen sich aus. Das passiert auch in der augenblicklichen Situation. So stellen wir auch sicher, dass überall die gleichen Maßstäbe angesetzt werden. Alles andere würden die Bürger auch nicht verstehen.“ 

Coronavirus: Nicht alle halten sich an das Kontaktverbot

Dass sich nicht alle Meinerzhagener an die Anordnungen zum Schutz vor Infektionen halten, muss die heimische Polizei allerdings immer wieder erfahren. So auch am Montagabend: An der Kleiststraße trafen sich laut Polizeibericht mehrere Jugendliche auf einem Parkplatz, grillten, tranken Bier und hörten Musik. Polizeibeamte trafen einen Erwachsenen und zwei Jugendliche an. Ein weiterer Jugendlicher flüchtete, konnte später jedoch ermittelt werden. Die Jugendlichen wurden an ihre Eltern übergeben. Der Erwachsene erhielt einen Platzverweis. 

Die gefährliche Ignoranz wird für die Gruppenmitglieder nun Folgen haben: Die Beamten legten vier Anzeigen wegen Verstoßes gegen die Coronaschutzverordnung vor. 

+++ Die Stadt Lüdenscheid hat wegen des Coronavirus die Rathaustreppe und den Brunnen auf dem Sternplatz gesperrt +++

Coronavirus und Ostern: So steht es um die Osterfeuer

Die bevorstehenden Osterfeiertage und günstige Wettervorhersagen – diese Kombination lässt befürchten, dass es wieder zu Menschenansammlungen kommen könnte. 

Thomas Dröscher vom städtischen Ordnungsamt weist deshalb schon jetzt auf wichtige Verhaltensregeln hin: „Leider lässt es die anhaltende Corona-Pandemie nicht zu, dass auf dem Gebiet der Stadt Meinerzhagen die traditionellen Osterfeuer abgebrannt werden dürfen. Entsprechend der Verordnung zum Schutz vor Neuinfektionen mit den Coronavirus existiert ein Versammlungs- und Veranstaltungsverbot. Das Ordnungsamt der Stadt Meinerzhagen wird bereits jetzt Kontrollen der bekannten Osterfeuerplätze durchführen.“ 

Auch Abbrennen kleinerer Strauchfeuer verboten

Dröscher und seine Kollegen haben auch die Möglichkeit, Vergehen empfindlich zu sanktionieren: „Sollten im Rahmen der über Ostern laufenden Kontrollen Verstöße festgestellt werden, so ist die örtliche Ordnungsbehörde durch den Gesetzgeber angehalten, diese konsequent zu ahnden und die Einhaltung der Bestimmungen auch durchzusetzen. So betragen die durch das Land NRW festgesetzten Bußgelder für den Veranstalter 1000 Euro und für jeden Teilnehmer der Veranstaltung 400 Euro.“ 

Übrigens: Neben den Osterfeuern ist nach den Bestimmungen des Landes-Immissionsschutzgesetzes auch das Abbrennen kleinerer Strauchfeuer untersagt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare