Gymnasium über Nacht „geflutet“

Schaden im Gymnasium geht in die Hunderttausende

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Der Linoleum-Belag im Mittelstufen-Büro wird entfernt.

Meinerzhagen – Das Rätselraten geht weiter. Die zentrale Frage: Wie sind die Täter ins Gebäude gelangt, die am Wochenende durch das Aufdrehen der Wasserhähne im Chemieraum das Evangelische Gymnasium Auf dem Bamberg über drei Etagen quasi geflutet haben?

Deutliche Aufbruchsspuren an Türen oder Fenstern gibt es jedenfalls nicht. Schulleiter Sven Dombrowski hat inzwischen auch die Schließanlage auslesen lassen – ohne Ergebnis. 

In der Pressestelle der Kreispolizeibehörde Iserlohn sind inzwischen allerdings einige Zeugenhinweise eingegangen, die nützlich sein könnten. „Uns wurde mitgeteilt, dass am vergangenen Samstag gegen 20 Uhr mehrere unbekannte Personen auf dem Schulgelände beobachtet worden sind. Ob es sich dabei tatsächlich um die Täter handelt, ist noch unklar“, teilte Polizeioberkommissar Marcel Dilling jetzt auf Anfrage mit. Er bestätigte auch, dass es noch „ein bis zwei andere Hinweise gibt“.

Wie kamen die Täter ins Gebäude?

Wie die Täter ins Schulgebäude gelangt sein könnten, das ist auch für die Polizei nach wie vor unerklärlich. Dilling: „Es gibt natürlich auch andere Möglichkeiten. So könnte es auch sein, dass sich die Täter einschließen ließen.“ Nach wie vor bittet die Polizei (Tel. 0 23 54/9 19 90) um Hinweise, die bei der Aufklärung des Verbrechens helfen könnten.

So oder so – der Schaden ist immens, beläuft sich nach ersten Schätzungen auf mehrere Hunderttausend Euro. Wichtig für den Schulbetrieb: Wenn die Herbstferien in gut einer Woche zu Ende sind, kann der Unterricht wohl uneingeschränkt weitergehen. Lediglich ein Rechnerraum, die Ober- und Mittelstufen-Büros und die Mensa stehen dann nicht zur Verfügung. Aber auch da laufen die Planungen bereits auf Hochtouren. Erste Überlegungen gehen in Richtung eines Zeltes, das aufgebaut werden könnte. In dieser provisorischen „Unterkunft“ wäre es dann möglich, die Verpflegung der Schüler mit Speisen und Getränken sicherzustellen.

Keinen technischen Defekt entdeckt 

Wie es zu dem enormen Wasserschaden kam, ist also noch nicht geklärt. Fakt ist: Vom Chemieraum im Obergeschoss suchte sich das Wasser seinen Weg bis ins Untergeschoss. „Einen technischen Defekt haben wir nicht gefunden. An zwei Becken lief Wasser, eventuell könnte auch eine Zuleitung geplatzt sein. Aber so einen Schaden haben wir nicht ausmachen können“, erläutert Sven Dombrowski. 

Inzwischen gehen im Gymnasium Handwerker ein und aus. Schwerpunkte sind jetzt die Ermittlung des genauen Schadens und das Installieren von Trocknungsanlagen. „Das Wasser ist vom Chemieraum in die beiden benachbarten Räume gelaufen, die Chemie-Sammlung und den Physikraum. Ob wir dort mit der Trocknung eine Lösung finden, ist noch nicht klar. Eventuell müssen wir den Boden aufreißen“, erklärt Dombrowski. Gleiches gilt für die Zwischendecke. Darunter gelegen sind das Oberstufenbüro und der Computerraum. „Die Rechner sind wohl okay. Techniker kommen ins Haus und sehen sich neben den Computern auch den Beamer an.“ 

Komplettsanierung der Mensa

Im Erdgeschoss ist der Schaden ebenfalls groß. Das betrifft auch hier die Zwischendecke und den Fußboden. „In der Mensa wird eine Komplettsanierung fällig“, kündigt der Schulleiter an. Das bedeutet für die Schüler: Nach den Ferien wird es in diesen Räumlichkeiten keine Verpflegung geben – deshalb die Pläne mit einem Zelt als Ersatz für einen gewissen Zeitraum. 

Eine für die Schule positive Nachricht gibt es dann auch noch: „Es handelt sich um einen Versicherungsschaden“, bestätigte Sven Dombrowski gestern.

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