Wasserpest breitet sich auf der Listertalsperre aus

Auch in Windebruch hat sich die Wasserpest im Verlauf des warmen und sonnenreichen Sommers stark vermehrt. - Foto: Schüller

VALBERT - Die Kanadische Wasserpest ist eine ebenso lästige wie hartnäckige Plage, die Jahr für Jahr im Sommer den Badespaß an der Listertalsperre trübt. „Es kommt leider immer mal wieder vor, dass Schwimmer sich in den bis zu fünf Meter langen Pflanzenteilen verfangen“, erzählt der Valberter Ortsvorsteher Fred Oehm, der sich seit vielen Jahren für die Bekämpfung der Pflanze einsetzt. „Wer da nicht in Panik gerät, hat gute Nerven.“

Um die stark wuchernde Pflanze mit dem botanischen Namen Elodea canadensis in Schach zu halten, hat sich eine Methode bewährt: „Wir können uns den Frost zunutze machen“, so Oehm. „Die Wurzeln der Wasserpest reichen nur fünf Zentimeter tief in den Boden und sterben durch die Kälte ab.“ Damit „Väterchen Frost“ ganze Arbeit leisten kann, müsse der Wasserspiegel der Sperre um einige Meter abgesenkt werden, so dass die Wurzeln freiliegen und abfrieren. Oehm wandte sich jetzt mit seinem Anliegen an den Ruhrverband und traf bei Ralf Stötzel, Betriebsleiter Süd des Ruhrverbands, auf offene Ohren. „Wir werden so vorgehen, wie es sich in den vergangenen Jahren bewährt hat“, erklärt Stötzel. „Um die Ausbreitung der Pflanze einzudämmen, senken wir den Wasserspiegel ab, sobald eine längere Frostperiode ohne Schnee einsetzt.“ Die weiße Pracht würde den gewünschten Effekt verhindern und die freiliegenden Wurzeln vor der Kälte schützen. „Sobald die Rahmenbedingungen stimmen, informieren wir Fred Oehm, damit er mit seinen Helfern aktiv werden kann.“ Wenn der erste kräftige Frost erwartet wird, sind also viele helfende Hände gefragt. „Die Teppiche aus Pflanzenmaterial müssen zusammengeharkt und abtransportiert werden, damit die Wurzeln freiliegen“, erklärt Oehm. Die Wirkung könne durch das Aufkratzen der Erdoberfläche mit Harken verstärkt werden. In diesem Jahr blickt Oehm mit sorgenvollem Blick über den Listersee: „Leider hat sich die Wasserpest sprunghaft ausgebreitet“, erklärt er. „Aufgrund des warmen Wetters konnte sie sich in bisher nicht bekannter Schnelligkeit entwickeln.“ Er würde daher gerne möglichst große Flächen des Uferbereichs reinigen, um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen. Stötzel sieht diese Notwendigkeit hingegen nicht: „Die Aktion sollte sich auf die drei Badestellen in Hunswinkel, Windebruch und Heiligenberg beschränken“, erklärt er und begründet: „Alles andere ist nicht nur zu aufwändig, sondern würde auch durch die vielen Menschen und eingesetzten Fahrzeuge Pflanzen und Tierarten im Uferbereich beeinträchtigen.“ So unbezähmbar die schnell wuchernde Elodea canadensis ist, so hat sie doch eine Eigenschaft, die sie angreifbar macht: Sie wurzelt nur dort, wo die Sonne das Wasser durchwärmen kann. Das gilt vor allem für den flacheren Uferbereich. „Die Pflanze ist immer ein Indikator für eine ganz hervorragende Wasserqualität“, macht der Sprecher des Ruhrverbands aufmerksam. „Ich bade selber gerne in der Lister“, so Stötzel. „Natürlich erschreckt man sich, wenn sich die Beine einmal in den Pflanzenteilen verfangen sollten. Wenn man nicht in Panik gerät, kann man sich daraus aber auch wieder befreien.“ Fred Oehm hofft nun, dass auch in diesem Jahr viele freiwillige Helfer mit anpacken werden, sobald die Wasserpest abgeharkt werden kann. „Wenn sich eine Frostperiode ankündigt, vereinbaren wir einen Termin für die Aktion“, erklärt er. Wer bei der Bekämpfung der Wasserpest helfen möchte, kann sich unter (0 23 58) 4 49 mit dem Ortsvorsteher in Verbindung setzen. - ps

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