Nur Frost kann Badesaison an der Lister retten

Fred Oehm: „Nur ein Kälteeinbruch kann die Ausbreitung der Wasserpest noch verhindern.“ - Foto: Benninghaus

HUNSWINKEL -  Ob in Hunswinkel in Höhe des Stegs, am Badeufer Heiligenberg gegenüber der DLRG-Station oder am Bootsanlegesteg in Windebruch – überall sind kleine Pflänzchen und Verästelungen der Wasserpest angeschwemmt worden.

Von Simone Benninghaus

„Wenn sie im Boden wurzeln, verbreitet sich die Wasserpest rasend schnell“, sieht Fred Oehm die Badesaison 2014 derzeit in ernster Gefahr. Nur Kälte und Frost wären die Rettung.

Das Problem ist nicht neu. Schon seit Jahren ist die Wasserpest mit dem botanischen Namen Elodea canadensis eine hartnäckige Plage, die den Badespaß an der Lister für Einheimische und Urlauber trübt – schon seit Jahren setzt sich der Valberter Ortsvorsteher Fred Oehm dafür ein, dass die Wasserpest in der Talsperre in Schach gehalten werden kann. Das gelingt nur, indem die Wurzeln, die der Schlingpflanze den Halt geben, frei gelegt werden und absterben. Der Ruhrverband muss als Eigentümer des Wasserreservoirs dafür den Wasserspiegel der Lister um etwa vier Meter absenken. Ralf Stötzel, Betriebsleiter des Ruhrverbandes, wartet daher ebenfalls auf die Kälte. Effektiv sei es dann, wenn die betroffenen Uferbereiche auf einer Breite von zehn Metern gereinigt würden. „Sobald eine Kälteperiode einsetzt, stehen alle in den Startlöchern“, betont Fred Oehm. Das gelte auch für viele Freiwillige, die bereits ihre Bereitschaft signalisiert hätten, mit Harken anzurücken, um die abgestorbenen Pflanzen am Uferbereich abzutragen.

Sollte solch eine Aktion nicht durchgeführt werden können, prophezeit Fred Oehm nichts Gutes für die kommende Badesaison. „Die Wasserpest wächst und wächst und wächst. Sollte der Prozess durch das Absterben der Pflanze nicht unterbrochen werden, wird sie sich mit enormer Geschwindigkeit ausbreiten“, befürchtet Oehm das Schlimmste, sollte der Winter weiterhin ausbleiben und weist auf die „grünen Teppiche“ hin, die bereits jetzt an einigen Stellen dicht unter der Wasseroberfläche zu erkennen sind. Am Ufer der beliebten Badestellen in Windebruch, Heiligenberg, Kalberschnacke, Schreibershof und Hunswinkel sei die Gefahr am größten.

Da die ungeliebte Schlingpflanze für ihr Wachstum Licht brauche, könne sie sich vor allem im Uferbereich bis zu einer Tiefe von fünf Metern vermehren. Sollte hier ein Schwimmer mit seinen Beinen in das Pflanzengewirr geraten und panisch werden, könne es zu lebensgefährlichen Situationen kommen. Selbst als geübter Schwimmer würde er sich in den gefährlichen Bereichen nicht ins Wasser wagen, so Fred Oehm, der auf die Bedeutung der Lister als Naherholungsgebiet aufmerksam macht: An die Lister grenzende Städte wie Attendorn, Drolshagen und Meinerzhagen werben für Badevergnügen in herrlicher Natur, Hotels, Gaststätten und Campingplätze sind auf den Ausflugsverkehr angewiesen, auch die Regionale wirbt mit der Talsperre.

Ein Paradies ist die Lister derzeit hingegen für Wasservögel. „Sie finden für ihre Ernährung ideale Bedingungen und fühlen sich pudelwohl“, so Oehm, der hofft, dass der Wohlfühlfaktor für die Bevölkerung im Sommer ebenfalls noch gilt.

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