Wiederkehrendes Ärgernis: Wasserpest in der Lister

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An einigen Stellen haben Freiwillige damit begonnen, die Schlingpflanzen aus dem Wasser zu ziehen. Langfristig kann die Wasserpest jedoch erst im Winter bekämpft werden.

MEINERZHAGEN - Wie ein dichter grüner Teppich schwimmt sie knapp unter der Wasseroberfläche und sorgt immer wieder für Ärger unter Wassersportlern: Die Wasserpest. Auch an der Listertalsperre ist sie ein immer wiederkehrendes Problem – zumindest für diejenigen, die auf die Badegäste angewiesen sind.

Von Laila Weiland

Durch die sonnigen Tage der vergangenen Wochen hatte die Schlingpflanze ideale Bedingungen, um sich erneut in der Talsperre breit zu machen. Die Stadt Drolshagen ließ daher eine Warnung für Schwimmer herausgeben und hat für bestimmte Bereiche bereits ein Badeverbot verhängt.

„Die Pflanzen können sich beim Durchschwimmen um die Beine wickeln – das führt zu Panik“, sagt der Valberter Ortsvorsteher Fred Oehm, der sich seit Jahren für die Bekämpfung der Wasserpest einsetzt. Er erinnert sich noch gut an einige Fälle, in denen Schwimmer und Wassersportler gerettet werden mussten, weil sie sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien konnten.

„Ich war am Montag selbst in der Lister schwimmen und war erstaunt, in welchen Mengen die Wasserpest wieder da ist – im Uferbereich geht es noch, aber weiter draußen wird es gefährlich“, sagt er. Das Problem sei, dass die Pflanze während der Sommermonate nicht effektiv beseitigt werden kann. Freiwillige hätten zwar bereits damit begonnen, das Grün aus dem Wasser zu ziehen, aber um langfristig Ruhe zu haben, muss im Winter gearbeitet werden: „Die Wurzeln reichen nur etwa fünf Zentimeter tief und sind sehr frostanfällig. Wenn sie während der kalten Jahreszeit freigelegt werden, sterben sie ab“, erklärt er. Das Problem sei aber, dass beschlossen worden sei, nur die Bereiche der Badestrände auf diese Weise zu säubern. „Weiter draußen breitet sich die Pflanze aber weiter aus, die Triebe lösen sich und wachsen auch im Uferbereich wieder an“, fährt er fort. Eine Grundreinigung der Talsperre durch Abfrieren sei sehr kostenintensiv, auch, weil das Wasser dafür teilweise abgelassen werden muss. „Allerdings hatten wir nach der letzten gründlichen Bekämpfung auch acht Jahre Ruhe“, gibt er zu bedenken. Er hoffe nun, dass sich die Wasserpest nicht noch weiter ausbreite, denn dann werde man nicht um eine Sperrung der Strände herumkommen. Vom Ruhrverband könne nur wenig Hilfe erwartet werden, sagt Oehm, denn für den See selber stellt die Pflanze keine Belastung dar.

Das bestätigt auch Britta Balt, Sprecherin des Ruhrverbandes. „Aus ökologischer Sicht stellt die Pflanze keine Bedrohung dar – im Gegenteil: Sie ist ein Indikator für gute Wasserqualtität“, sagt sie. Dass sie eine Behinderung für Wassersportler ist, sei aber auch dem Ruhrverband bewusst.

Ein generelles Schwimmverbot bestehe derzeit noch nicht, sagt Ute Otto vom Meinerzhagener Ordnungsamt. „Wir stehen mit dem Ruhrverband und der DLRG in Kontakt. In Drolshagen ist es dieses Jahr sehr extrem – auf Meinerzhagener Gebiet besteht aber bisher noch kein Risiko.“ Dennoch ist beim Schwimmen in der Listertalsperre zurzeit Vorsicht geboten: Wer zu weit raus schwimmt, läuft Gefahr sich zu verheddern.

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