„Höhenflug“ stellenweise in katastrophalem Zustand

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Von schweren Fahrzeugen ist der „Höhenflug“ stellenweise regelrecht umgepflügt. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Der Meinerzhagener Jürgen Scheele ist „Bezirksfachreferent Wege“ im Sauerländischen Gebirgsverein. Und er ist „sauer“ über den Zustand eines Teilstückes des „Sauerland Höhenfluges“.

Scheele ist auch als Bestandsdatenerfasser und Zertifizierer „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ des Deutschen Wanderverbandes in Kassel tätig. Der Wander-, Natur- und Landschaftsführer ärgert sich in diesen Tagen maßlos, wenn er auf einem Teilstück des Wanderweges „Sauerland Höhenflug“ unterwegs ist.

Der Grund dafür: Der „Höhenflug“, eigentlich ein Aushängeschild der Stadt und Garant für Gäste aus Nah und Fern, ist stellenweise – besonders im Bereich Butmicke – in einem katastrophalen Zustand. Offensichtlich haben schwere Fahrzeuge tiefe Furchen in den Weg gefahren. Wandern ist hier kaum noch möglich. „Was für einen Eindruck macht das auf die Gäste?“, fragt sich Scheele. „Kommen Wanderer beispielsweise aus dem Ruhrgebiet und sehen diesen zerfurchten Weg, kommen sie bestimmt nicht wieder“, glaubt er und fügt hinzu: „Als ,schlecht begehbar’ würde das Teilstück des Höhenfluges in der Butmicke auf dem Gebiet der Stadt Meinerzhagen nach den Kriterien des Deutschen Wanderverbandes eingestuft. Da in diesem Frühjahr eine Bestandsdatenerfassung zum Wegeformat ansteht, empfehle ich den Verantwortlichen eine zeitnahe Wiederherstellung des Wegeformates zur beginnenden Wandersaison.“

Scheele ist in Sachen „Zertifizierung von Wanderwegen“ in ganz Deutschland und auch im Ausland unterwegs, er bildet zudem im SGV Mitglieder aus, die später Wanderwege kennzeichnen. Die Zustände, die inzwischen auf dem Teilabschnitt des Höhenfluges herrschen, hält er für einzigartig. „Es ist halt so, dass der Deutsche Wald inzwischen zum Wirtschaftsraum geworden ist.“ Ein Problem sieht Scheele für die nahe Zukunft: „Für den Höhenflug sind EU-Fördermittel geflossen, aber nur unter der Bedingung, dass der Wanderweg zertifiziert wird. Eben das steht in diesem Frühjahr an.“

„Auf über 250 abwechslungsreichen Kilometern bietet dieser Weg wie kein anderer grandiose Aussichten und hautnahes Natur(er)leben aus der schönsten Perspektive (...). Wer die ganze Strecke zurücklegt, lässt mühelos vier Achthunderter hinter sich. Gleichzeitig führt der Weg durch traumhafte Natur, die den landschaftlichen Reichtum und die Abwechslung des Sauerlandes par excellence vor Augen führt.“ Der Verein Sauerland-Tourismus lobt den „Höhenflug“ auf seiner Internet-Seite in den höchsten Tönen – sicherlich größtenteils zu Recht. Dass zumindest in der Butmicke derzeit Anspruch und Realität weit auseinanderklaffen, steht allerdings außer Frage.

Valko Gerber vom städtische Fachbereich „Technischer Service“ befasst sich deshalb bereits intensiv mit der Problematik. Er verwies im Gespräch mit der MZ allerdings darauf, dass sich das betroffene Stück nicht in städtischem Besitz befinde, sondern teilweise Privateigentum und teilweise Eigentum des Landesbetriebes Wald und Holz sei. „Das Problem war, dass bis vor wenigen Tagen noch Schnee lag und deshalb nichts unternommen werden konnte. Aber man hat zugesagt, die Missstände kurzfristig zu beheben. Dort mussten einfach Forstmaßnahmen durchgeführt werden – und dann gibt es leicht einen Interessenkonflikt.“ ▪ beil

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