Spaziergang statt Auto

Meinerzhagener Grüne wollen Elterntaxis ein Ende bereiten - mit dieser Idee

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Wenn Eltern ihre Kinder bis zum Schultor fahren, gibt es Probleme.

Meinerzhagen – Das Verkehrsaufkommen vor den Meinerzhagener Schulen nimmt nicht ab – im Gegenteil: Offenbar gibt es immer noch zu viele Eltern, die ihre Kinder am liebsten bis unmittelbar an den Eingang zur Schule fahren würden. Das soll sich ändern.

Lange Autoschlangen, enge Straßen – und die daraus resultierende Gefahr für Kinder, die zu Fuß gehen. „Dagegen gibt es eine Lösung“, sagen die Meinerzhagener Grünen, die in einer Klausurtagung in Heed jetzt mehrere Themen auf ihre Tagesordnung hoben. Dazu gehörte auch der sogenannte Walking Bus. 

Der Grüne Ingolf Becker ist überzeugt davon, dass die Nutzung dieser besonderen „Busse“ für eine deutliche Entlastung der Umwelt, aber auch der Verkehrssituation sorgen würde. „Eltern oder Nachbarn könnten ihn auf die Beine stellen, die Grundschulen Hilfestellung leisten“, sagt Becker, der damit ein weiteres Instrument neben den zuletzt im Rat vorgeschlagenen Hol- und Bringzonen vorstellen will.

Das Konzept des Busses: Die Kinder warten nicht auf einen klassischen Schulbus, sondern auf ihren „Walking Bus“, also „gehenden Bus“. Der besteht aus einer Gruppe von Erst- und Zweitklässlern, die – von mehreren Eltern begleitet – zu Fuß zur Schule gehen. Die Kinder stellen die Fahrgäste und die Eltern den Busfahrer dar. Damit sie im Straßenverkehr auffallen, tragen alle Bus-„Mitfahrer“ gelbe Warnwesten.

Entlang der Route, die vorher mit der Polizei und Verkehrssicherheitsberatern festgelegt wurde, bewegt sich der „Bus“ in Richtung Grundschule und sammelt weitere Kinder an speziell markierten Haltestellen ein. Dabei werde natürlich auch ein „Fahrplan“ eingehalten. „Die Kinder lernen dabei gemeinsam ihren Schulweg kennen, werden sicherer und selbstständiger im Straßenverkehr. Die erwachsenen Begleiter sind geschult und bilden die Ansprechpartner“, erklärt Ingolf Becker die Idee. 

Für die Grundschüler sei der „Walking Bus“ eine Variante, um sicher zur Schule und nach Hause zu gelangen. Neben der Pünktlichkeit sei auch ausreichende Bewegung an der frischen Luft für die Grünen ein Argument für den gemeinsamen Schulweg: „Der Gesprächsbedarf ist dadurch im Unterricht gestillt und die Kinder sind aufnahme- und konzentrationsfähiger. Die Kinder lernen ihren Schulweg und das Verhalten im Straßenverkehr kennen, nebenbei nimmt der Autoverkehr gerade in Schulnähe stark ab.“ 

Nicht zuletzt stelle der Walking Bus auch einen Beitrag zum Klimaschutz dar. Beckers Fazit: „Der Walking Bus ist ein Gewinn für alle!“ Dazu müssten sich Mütter und Väter jedoch selbst zusammenschließen. „Wir Grünen können eine Koordination nicht leisten, hoffen aber darauf, dass sich viele Eltern für das Konzept gewinnen lassen“, sagt Ingolf Becker, der insbesondere jene „Elterntaxis“ im Blick hat, die keine 1000 Meter zur Schule zurücklegen. Diese Strecken könnten auch zu Fuß zurückgelegt werden.

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