Den Laubbäumen geht es besser

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Den Laubbäumen geht es laut Waldzustandsbericht wieder etwas besser.

Meinerzhagen - „Der Waldzustandsbericht 2015 zeigt, dass sich der Zustand der Laubbäume, die für den Bestand der Waldökosysteme besonders wichtig sind, im Vergleich zum Vorjahr leicht verbessert hat.

Der Grad der Baumkronenverlichtung ist dafür ein wichtiger Hinweis.“ Das stellte jetzt Johannes Remmel, Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen fest.

Berücksichtigt werden müsse allerdings, dass die Kronenverlichtung bei den Waldbäumen im vergangenen Jahr den bis dahin höchsten Stand in NRW erreicht habe und dass sich alle Nadel- und Blattverluste nach wie vor auf einem hohen Niveau befänden, führte Remmel weiter aus.

Höchste bisher erreichte Kronenverlichtung

Im Untersuchungszeitraum 2013/14 wurde laut dem aktuellen Zustandsbericht die höchste bisher erreichte Kronenverlichtung bei den Waldbäumen konstatiert. Im vergangenen Jahr habe sich der Patient Wald allerdings etwas erholt: „Für den Zeitraum 2014/15 weist nur etwa ein Viertel aller Bäume deutliche Schäden auf. Im Vorjahr waren es noch 31 Prozent. Man kann bei allen Baumarten eine leichte Verbesserung des Kronenzustands feststellen, vor allem bei der Eiche ist aber zu beobachten, dass sich schon seit drei Jahren eine schrittweise Gesundung vollzieht. Gleichwohl bleibt die Eiche die Baumart mit der höchsten Kronenverlichtung unter den Hauptbaumarten“, stellen die Experten fest.

Die Buchen haben in diesem Jahr besonders davon profitiert, dass es landesweit fast keine kräftezehrende Fruchtbildung gab. „Dadurch konnten mehr und größere Blätter ausgebildet werden und sich die Belaubung insgesamt verbessern. Im Vorjahr war es genau umgekehrt. Fast alle Buchen wiesen damals aufgrund der starken Fruchtbildung einen sehr schlechten Kronenzustand auf. Die jetzt begonnene Regeneration der Belaubung wird erfahrungsgemäß einige Jahre dauern, bis die Bäume sich von dem sehr schlechten Jahr 2013/14 erholt haben werden“, blicken die Fachleute aus dem zuständigen Landesministerium voraus und ziehen ein Fazit: „ Insgesamt hat die ,deutliche’ Kronenverlichtung 2015 für den Durchschnitt aller Baumarten um zehn Prozent abgenommen und beläuft sich nun auf 26 Prozent. In der Warnstufe einer nur ,schwachen’ Kronenverlichtung hat es eine Zunahme um fünf Prozent gegeben. Die Bäume ganz ,ohne’ Kronenverlichtung erreichen immerhin einen Anteil von 28 Prozent. Dieser Anteil liegt um fünf Prozent über dem Wert des Vorjahres.“

2014 das wärmste Jahr seit Beginn der regelmäßigen Messung

Das Jahr 2014 war laut Deutschem Wetterdienst das bisher wärmste in Deutschland seit Beginn der regelmäßigen Temperaturmessungen im Jahr 1881. „Die Jahresdurchschnittstemperatur lag mit 10,3 Grad Celsius um 2,1 Grad über der des Referenzzeitraums 1961 bis 1990. So hat sich im Untersuchungszeitraum 2014/15 der Klimawandel in NRW mit einem milden Winter und einer längeren Trockenphase im Frühjahr 2015 wieder deutlich bemerkbar gemacht. Dem außergewöhnlich milden Winter, dem ein warmer Herbst vorausgegangen war, schloss sich zwar eine normale Wärmeentwicklung im Mai und Juni 2015 an, doch die Temperaturen stiegen dann auf außergewöhnliche hochsommerliche Werte im Juli und noch einmal im August an. 2014/15 war ein Jahr nicht nur mit besonders hohen Temperaturen, sondern auch mit vergleichsweise geringem Niederschlag. Mit Blick auf die 2015 leicht erholte Belaubung der Wälder muss man den Eindruck haben, dass die Wälder hier noch von der günstigen Wasserversorgung im Vorjahr profitiert haben“, heißt es.

November und Dezember waren in diesem Jahr viel zu warm. Wie sich das auf die Bäume auswirkenen wird, bleibt nun abzuwarten.

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