Waldjugend auf dem Sagenweg

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Das Foto zeigt die Gruppe mit ihrem Leiter „Pünktchen“ (zweiter von links). ▪

MENERZHAGEN ▪ Acht Mitglieder der Waldjugend vom „Horst Meinerzhagen“ nutzten das Angebot der Kreisgruppe MK der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), an der Jahresfahrt teilzunehmen.

Die in Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Wald und Holz organisierte Exkursion führte die Kids von der Volmequelle nach Bad Laasphe, zum dortigen Mythen- und Sagenweg. An der Berghütte „Zur Teufelskanzel“ nahm Revierförster Karl-Wilhelm Flender, zuständig für rund 1800 Hektar Wald im Staatsforst Hilchenbach-Wittgensteiner Land, die per Bus angereisten „Märker“ in Empfang.

Von da an ging’s bergauf, stetig und über anderthalb Stunden hinweg. Den Aufstieg begleiteten sehr verschiedene Waldbilder. In den unteren, noch ortsnahen Wäldern präsentierten sich reine Eichenbestände. Mächtige Bäume von schnurgeradem Wuchs konnten sich hier entwickeln, weil die Bereiche einst in sogenannter Hute-Wirtschaft genutzt wurden. Dabei trieb man das Vieh zur Futtersuche in den Wald, wo die alten, fruchttragenden Eichen die Schweinemast vor der Schlachtung im Winter nochmals kräftig beförderten. Auf höher gelegenem Standort, wo die dauerhafte Nutzung als Brennholz überwog, bildeten sich verkrüppelte Bäume aus. Dass Fichten auf idealem Boden fast 400 Jahre alt werden können und erst in den Jahren der Alterung überproportionale Massezuwächse zeitigen, damit vermittelte der Förster vielen der Teilnehmer eine neue Erkenntnis.

Auf der Höhe angekommen, ermöglichten die von Kyrill geschlagenen Schneisen und Kahlflächen grandiose Ausblicke auf die umliegenden Berge; auch das fürstliche Schloss Wittgenstein-Hohenstein war beim Blick in die Ferne auszumachen. „Die Erhebungen zeigen durchweg runde Kuppen, die nach allen Seiten steil abfallen, was eine frühe Besiedelung und wehrhafte Bebauung ermöglichte“, erfuhren die Wanderer. Nachgewiesen sei eine Wallburg aus der Zeit 500 bis 400 vor Christi Geburt, ein eiszeitliches Gräberfeld mit 20 Grabstellen, Ringwallanlagen sowie Flieh- und vermutlich Keltenburgen. Viele Mythen und Sagen, von denen die Beschilderung auf der etwa zehn Kilometer langen Strecke erzählt, ranken sich um diese Stätten und die schroff abfallende Felsklippe „Teufelskanzel“, ein ausgewiesenes Naturdenkmal. Am Nachmittag hatte die Jugend beim Besuch des „Internationalen Radiomuseums“ Grund zu ausgelassener Heiterkeit. Denn unter den urtümlichen fast 1100 Exponaten befand sich, neben etlichen Kuriositäten wie etwa einen als „Göbbels Schnauze“ bezeichneten Empfänger, auch eine funktionstüchtige Musikbox, die nach Münzeinwurf alte Schlager ertönen ließ. Und im weltweit einzigen „Pilzkundlichen Museum“ war fast die Hälfte von den 2500 in NRW nachgewiesenen Pilzarten zu bestaunen. ▪ As

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