Detektivarbeit im Wald: Wenn Plastik absichtlich weggeworfen wird

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In einem Plastikbecher konnte ein lebender Borkenkäfer bestaunt werden. Durch die integrierte Lupe war der Schädling gut zu erkennen.

Meinerzhagen - Eine Plastikflasche mitten im Wald? Leider immer wieder zu finden. Auch im Ortsteil Heed in Meinerzhagen. 

"Die gehört nicht in den Wald!“ Der kleine Julien hat zwischen Blättern und Ästen eine Plastikflasche gefunden, die dort eigentlich nicht liegen sollte. Weggeworfen wurde dieser Müll von Melanie Braun - mit purer Absicht. 

Die Naturpädagogin hatte am Samstag zu einem spannenden Waldspaziergang eingeladen, bei dem sie von drei Kindern begleitet wurde. Eine der Aufgaben, die von den „Walddetektiven“ gelöst werden mussten, war das Auffinden von Gegenständen, die nicht in den Wald gehören. 

Coronavirus sorgte bereits für Absagen

Zwei Kurse mussten bereits coronabedingt komplett abgesagt werden. Nun ziehen Julien, Luca Samira und Lea Joane mit Begleitung und Begeisterung durch Wald und Regen, um alles Mögliche über die Natur und die Tiere zu erfahren. 

Gleich zu Beginn der zweistündigen Exkursion nahe des Wald- und Umweltpädagogischen Zentrums in Heed verrät Melanie Braun, wie die dort stehende Hexeneiche zu ihrem Namen kam: „Kinder, die auf dem Weg zur Schule an der Eiche vorbeikamen, hatten Angst, weil dort unheimliche Geräusche zu hören waren.“ Das Knurren und Ächzen konnte nur von einer Hexe stammen, die dort wohnte. Der Spuk hatte erst ein Ende, als ein Vater mit seiner Axt die Äste an der Eiche entfernte, die aneinander rieben und dadurch für die Gruselatmosphäre sorgten. 

Fichten fallen Borkenkäfer zum Opfer

Fast ähnlich unheimlich geht die Wanderung weiter: „Vor zwei Tagen war hier noch alles voller Fichten. Jetzt sind sie weg“. Hobbyjägerin Melanie Braun deutet auf die vielen Baumstämme, die abgeholzt neben dem Wanderweg liegen. Wie in so vielen Waldstücken hat sich auch hier der Borkenkäfer breitgemacht. Milde Winter und wenige Feinde sorgen für ein üppiges Vorkommen der Baumkiller. 

An einem ausgesuchten Baum können die Kinder und ihre Begleiter besonders gut erkennen, dass hier einige der Schädlinge wohnen: Bohrlöcher in der Rinde und ein ganzer Haufen „Sägemehl“ sind untrügliche Zeichen dafür, wer hier sein Unwesen getrieben hat. Den Übeltäter hat die Naturpädagogin auch gleich in einem kleinen Gefäß mit integrierter Lupe dazugestellt. 

Kleines Tier, großer Schaden

Luca Samira kann kaum glauben, dass so ein kleines Tier so viel Schaden anrichten kann. Durch den immer stärker tröpfelnden Regen geht es weiter den knapp zwei Kilometer langen Rundweg entlang. Immer wieder wird ein kurzer Stopp eingelegt und die Waidfrau erklärt, welche der gefundenen Federn von welchem Vogel stammen, welches Blatt zu welchem Baum gehört oder wessen Hinterlassenschaften auf dem Weg liegen. Sogar Blätter mit echtem Fuchsgeruch können die Kinder hier finden. Leider hat der Regen nicht mehr viel von dem übel riechenden Aroma übrig gelassen. 

Dafür gibt es noch ein paar Tipps zu den leckeren Himbeeren, die am Wegesrand wachsen: „Besonders die Beeren, die unten wachsen, können den gefährlichen Fuchsbandwurm enthalten. Die sollten nicht gegessen werden“, mahnt sie. Wer die Beeren probieren möchte, solle nur die hochgewachsenen essen oder sie kochen und zu Marmelade verarbeiten. 

Nächster Termin im Oktober

Am 10. Oktober ist Melanie Braun wieder unterwegs. Dann ist der Parkplatz „Neuhohlinden“ um 10 Uhr der Treffpunkt für das Projekt „Hotel Winterschlaf“, bei dem Überwinterungshilfen für Ohrenkneifer, Marienkäfer & Co gebastelt werden. Anmeldungen sind möglich unter der Rufnummer 01 73/ 8 49 81 32.

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