Waldbrand-Gefahr: Heimische Wehr ist vorbereitet

Die Feuerwehr Meinerzhagen ist durchaus in der Lage, auch mit größeren Bränden fertig zu werden. Das bewiesen die Einsatzkräfte auch im Juni 2010, als am Philosophenweg ein Haus brannte. - Archivfoto: Beil

Meinerzhagen - Hitze, Trockenheit und Wind – drei „Zutaten“, die in Portugal zu einer Katastrophe führten, die mehr als 60 Menschen das Leben kostete und zahlreiche Portugiesen obdachlos machte.

Sind die Waldbrände in dem Land auf der iberischen Halbinsel ein Einzelfall? Oder ist ein ähnliches Schreckensszenario auch in Meinerzhagen und Umgebung denkbar?

„Man kann das hier natürlich nicht ausschließen“, weiß Stadtbrandinspektor Christian Bösinghaus, dass die relative Ruhe der vergangenen Jahre trügt. „Trockenes Unterholz ist definitiv auch in unserer Region eine Gefahr, was Waldbrände angeht“, warnt der leitende Feuerwehrmann und erläutert: „Im Wald liegen zurzeit auch noch Blätter aus dem vergangenen Herbst, die sich leicht entzünden können.“

Im Fall der Fälle sind Christian Bösinghaus und Wehrleiter Thomas Decker in der Lage, binnen 20 Minuten theoretisch 150 Wehrleute an jede Einsatzstelle im Zuständigkeitsbereich der Meinerzhagener Feuerwehr zu beordern.

„Während der normalen Arbeitszeit ist es allerdings auch möglich, dass weniger Einsatzkräfte zur Verfügung stehen. Jemand, der zum Beispiel in Lüdenscheid arbeitet, braucht natürlich länger, bis er zu uns stoßen kann“, erklärt Bösinghaus.

Sowohl Technik als auch Personal können bei einem großen Einsatz aber auch nachgeordert werden. Bösinghaus: „Die Leitstelle hat zudem die Möglichkeit, Lösch-Helikopter anzufordern, wenn wir sie brauchen. Und das Land Nordrhein-Westfalen hält Bereitschaften vor. Der Märkische Kreis und die Stadt Hagen arbeiten da zusammen. Diese Kräfte sind unproblematisch zu alarmieren, sie haben allerdings eine größere Anrückzeit. Sollte es zum Beispiel im Ebbe brennen, helfen uns auch die Nachbarn. Dann wäre es wohl die Feuerwehr Herscheid, die mit uns ausrücken würde.“

In Portugal steuerten Autofahrer in ihr Verderben. Dichter Rauch machte sie orientierungslos, sie verbrannten in und neben ihren Fahrzeugen. „Hier bei uns würden wir Straßen im Einsatzgebiet sofort sperren – aber natürlich ist das Gebiet hier nicht so weitläufig wie die betroffene Region in Portugal. Dabei würden wir mit der Polizei und der Forstbehörde eng zusammenarbeiten“, beschreibt Bösinghaus das geplante Vorgehen in Meinerzhagen.

Im Falle eines größeren Waldbrandes würde sich die heimische Wehr bemühen, eine Ausbreitung der Flammen durch Schneisen im Wald zu verhindern. „Davon gibt es bereits einige, im Notfall würden wir aber neue schlagen und die mit einem Löschteppich versehen“, erklärt Bösinghaus. Auch die Versorgung mit Löschwasser ist bereits durchgeplant. Bösinghaus: „Neben den vorhandenen Teichen wie zum Beispiel in der Grundlose würden wir uns auch an Hydranten oder den Talsperren bedienen. Dort könnten unserer Fahrzeuge Wasser aufnehmen und im Pendelverkehr zur Einsatzstelle bringen.“

Christian Bösinghaus hofft indes, dass der Ernstfall nie eintritt: „Aber vorbereitet wären wir. Das betrifft übrigens auch die richtige Einsatzkleidung. Wegen der thermischen Belastung würden wir leichtere Uniformen wählen, denn durch die Hitze-Belastung würde sonst die Gefahr bestehen, dass Einsatzkräfte kollabieren.“

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