Waldbauern sichern  Existenz der Unternehmen

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25 Stämme in 20 Minuten – das geht nur mit „hydraulischer Hilfe“.

Valbert - Es war noch recht früh am Morgen, als der Langholztransporter des Fuhrunternehmens Funke in Niederholte eintraf. Der „Mitläufer“ (ein Doppelachspaar, auf dem die Baumstämme aufliegen), befand sich noch fest verzurrt auf dem 620 PS starken Motorwagen.

Forstamtmann Klaus-Ulrich Kermes, vom Landesbetrieb Wald und Holz, hatte den Abholtermin gemeinsam mit dem Holzkäufer, der Firma Vente in Lenhausen, organisiert. „Wir lassen heute hier 25 Fichtenstämme abholen und auf kurzem Weg zum Kunden ins Sägewerk bringen“, so Kermes im Gespräch mit der MZ vor Ort.

Um zum Verladeplatz zu kommen, hieß es aber zu erst einmal fahrerisches Geschick an den Tag zu legen. Andreas Funke steuerte den Lkw über einen schmalen und morastigen Forstweg bis zum Lagerplatz der Stämme. Dem Beobachter stellte sich dabei unweigerlich die Frage: Wie soll das auf dem Rückweg klappen, wenn die Baumstämme aufgeladen sind?

„Mit unserem Greifarm haben wir die Stämme in gut einer halben Stunde aufgeladen“, so Fuhrunternehmer Andreas Funke. Damit hatte er erheblich untertrieben, denn nach rund 20 Minuten stand der Langholztranporter bereits abfahrbereit da. Und obwohl der Weg zwischenzeitlich nicht breiter geworden war, gab es kein Problem, die Strecke zu bewältigen. Ein Grund hierfür: Der Mitläufer kann mit einem Steuerknüppel vom Fahrerhaus aus gelenkt werden – in engen Kurven und beim Rangieren unverzichtbar.

Auf der „normalen Straße“ angekommen, unterschied sich das etwa 25 Meter lange Ungetüm vom Fahrstil dann kaum von anderen Lastwagen. Übung macht eben auch in diesem Fall den Meister.

In Lenhausen, im Sägewerk der Firma „Holz-Vente“, bietet sich dem Betrachter ein beeindruckender Anblick. In einem Seitental der Lenne, erstreckt sich das Betriebsgelände auf einer Fläche von zwölf Hektar. Nach dem Entfernen der Baumrinde werden dort die angelieferten Baumstämme weitestgehend automatisch über Förderanlagen zu den verschiedenen Sägen transportiert. Wenn nötig oder gewollt, kann das zugeschnittene Holz noch in großräumigen Trockenkammern behandelt werden.

Vom Bau- und Konstruktionsholz, Paletten und Verpackungsholz, bis hin zum Gartenholz, Schnittholz, Dachlatten, Kantholz, sowie Carports, reicht die Bandbreite der Produktion.

Peter Vente führt den Betrieb bereits in der zweiten Generation. Ohne fahrbaren Untersatz wäre der umtriebige Unternehmer auf seinem Werksgelände aufgeschmissen. „Bei den Entfernungen zwischen den einzelnen Betriebsanlagen, kommt so mancher Kilometer am Tag zusammen“, so Peter Vente. Eine gewisse Verärgerung kommt bei ihm auf, wenn man ihn auf den Holzliefervertrag des Landes an den österreichischen Unternehmer Klausner anspricht. In diesem hatte das Land 2007 nach dem Orkan Kyrill Lieferzusagen gemacht, die nicht eingehalten werden konnten. Die Folge: Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe und „Holzmangel“ für die heimischen Sägewerke.

„Wir sind froh, dass unsere Kontakte zu den heimischen Waldbauern gut sind und wir deshalb genügend Stammholz bekommen können“, so Peter Vente. Und dieses Stammholz braucht die Firma Vente reichlich. Denn rund 110 000 Festmeter, was in etwa 110 000 Bäumen entspricht, werden jährlich verarbeitet. Zusammen mit seinem Sohn Rolf-Peter Vente, der ebenfalls in der Geschäftsführung mitwirkt, blickt Peter Vente positiv in die Zukunft. Eine Tatsache, die nicht zuletzt auch durch die neue Konstruktionsvollholz (KVH) auf dem Betriebsgelände ersichtlich ist. Mit ihr ist man in Lenhausen in der Lage, millimetergenau die Kundenvorgaben zu erfüllen. - jjh

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