An der Lesmicke: Fichten raus, Laubbäume rein

+
„Baum fällt“ hieß es in den vergangenen Tagen im Tal der Lesmicke.

Meinerzhagen - Idylle pur: Die Lesmicke ist ein kleiner Bach. Er schlängelt sich durch das Naturschutzgebiet Lesmicker Siepen, nahe Schloss Badinghagen. Schade nur, dass kaum jemand den Wasserlauf in den vergangenen Jahren zu sehen bekam.

Fichten waren an seinen Ufern zu teilweise stattlichen Bäumen herangewachsen – und sie standen so dicht, dass der Bach beinahe im Verborgenen dahinfloss. Doch das hat nun ein Ende. Denn: Der Landesbetrieb Wald und Holz lässt in dem Staatswald, auf dessen Grund die Lesmicke fließt, die Fichten entfernen. Auf einer Länge von etwa drei Kilometern und in einem Streifen von zirka 30 Metern wurden bereits etliche Fichten gefällt. Das Ziel dieser aktuell laufenden Maßnahme ist es, dem Bach in einem 6,39 Hektar großen Bereich „Luft zum Atmen“ zu verschaffen und damit einen Zustand wieder herzustellen, wie er bereits seit dem ausgehenden Mittelalter Bestand hatte.

Sonnenlicht soll im unmittelbaren Bachbereich wieder bis zum Boden durchdringen. Und wo einst Fichten standen, soll sich nun ein kleiner Laubwald entwickeln. „Das dient dem Naturschutz. Der Bach muss die richtige Beschattung bekommen“, erläutert Jürgen Kleppe, beim Landesbetrieb Wald und Holz im Regionalforstamt Kurkölnisches Sauerland auch zuständig für die Bewirtschaftung des Staatswaldes.

„Die Fichte mit ihrem hohen Verjüngungspotenzial hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten auf den feuchten, anmoorigen Standorten des Bachtälchens wieder niedergelassen“, berichtet Kleppe weiter. Deshalb mussten in dieser Woche die Forstwirte des Reviers Lieberhausen Franziska Horn, Reinhold Adam und Carsten Hornbruch anrücken, um gemeinsam mit dem Unternehmer Daniel Weuste aus Bergneustadt für das „Freischneiden“ des Lesmicke-Baches zu sorgen. Sie fällten die etwa 20 Jahre alten Fichtenbestände und beförderten die Stämme mit schwerem Gerät mittels Seilwinde aus dem Uferbereich auf den nahen Waldweg. So wurden die Fichten aus den Randbereichen des Bachlaufes zurückgedrängt. „Damit die natürliche Verjüngung der standortgerechten Laubgehölze in den Nasswaldbereichen nicht von anfliegendem Fichtensamen beeinträchtigt wird“, weiß Kleppe. Wichtig sei das, damit der landestypische Bachlauf und der künftige Laubholzbestand als Lebensraum auch für gefährdete Pflanzen- und Tiergemeinschaften erhalten bleibe.

Fichten raus, Laubbäume rein, dazu ein lichter Uferbereich – so soll sich das Naturschutzgebiet Lesmicker Siepen künftig wieder präsentieren. Dass es in 20 Jahren aber wohl nötig wird, erneut einzugreifen, scheint jetzt schon klar. Denn: Fichten breiten sich auf natürlich Art und Weise aus, dagegen hilft nur die Motorsäge. Das weiß auch Revierförster Bernd Rosenbauer, der dieses Waldstück schon seit vielen Jahren in seiner Entwicklung begleitet. „Natürlich kommen hier zum Beispiel Erlen, Eichen und Buchen vor. Wir müssen die Fichte kontinuierlich zurücknehmen – was nicht ganz einfach ist, denn dieser Baum findet hier im Lesmicketal beste Wachstumsbedingungen vor.“ Die Pflanzung von Laubbäumen ist an der Lesmicke allerdings nicht vorgesehen. Hier setzen Rosenbauer und seine Kolleginnen und Kollegen darauf, dass die sich selbst aussäen. Quasi eine natürlich Hilfe zur Selbsthilfe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare