Vorsicht vor verliebten Rehen! Und zwar darum

+
Während der Blattzeit sind Rehe auch tagsüber aktiv und ignorieren schnell die Gefahr, die von einer Straße ausgeht.

Meinerzhagen – Wenn liebestolle Rehe unterwegs sind, kann's für Autofahrer gefährlich werden: Um Kollisionen zu vermeiden, rät der Hegering Meinerzhagen derzeit zu besonderer Vorsicht auf den Straßen.

Die eigentlich dämmerungsaktiven Rehe sind nämlich jetzt auch tagsüber aktiv: Sie haben im Juli und August Paarungszeit, auch Blattzeit genannt. Wie der Hegering erläutert, folgt der Rehbock zu jeder Tageszeit der Ricke seiner Begierde über viele Kilometer und gönnt sich kaum eine Pause – dabei queren die Tiere auch häufiger als sonst die Straßen. „Voller Gedanken an die Ricke vergisst der Bock die Gefahr, die von einer viel befahrenen Straße ausgeht. Um unnötiges Tierleid zu vermeiden, bitten wir gerade in dieser Zeit um erhöhte Aufmerksamkeit im Straßenverkehr“, warnt Rainer Barre, Leiter des Hegerings Meinerzhagen. 

Falls es doch zu einem Unfall kommt, sollte unbedingt die Polizei verständigt werden. Die Beamten kontaktieren dann den zuständigen Jäger. „Auch wenn am Fahrzeug kein Schaden entstanden und das Tier weggelaufen ist, begehen Autofahrer eine Ordnungswidrigkeit, wenn sie den Unfall nicht melden“, sagt Barre. Bei allen Paarhufern, dazu zählen Reh, Muffelschaf, Wildschwein und die Hirscharten, müsse nach dem Landesjagdgesetz die Polizei verständigt werden. Die Suche nach den angefahrenen Tieren liege den Jägern am Herzen, da die Tiere durch innere Verletzungen sonst oft qualvoll verenden könnten. Zu diesem Zweck stünden in allen Jagdrevieren im Märkischen Kreis Hundegespanne zur Verfügung, die zeitnah helfen können.

Um Wildunfälle zu verhindern, rät der Hegering, die Fahrbahnränder bei der Fahrt genau zu beobachten und Wildwechselschilder zu beachten. Außerdem sollten Autofahrer den Sicherheitsabstand einhalten und bei Anblick eines Rehes mit weiterem Wild rechnen. Wenn Wild auf die Straße wechselt, sollte man die Geschwindigkeit reduzieren, hupen und abblenden. Auch den nachfolgenden Verkehr sollten Autofahrer beachten und an den eigenen Schutz denken. Ist eine Kollision nicht zu verhindern, sei ein frontaler Zusammenstoß mit dem Tier ungefährlicher als etwa ein Seitenaufprall gegen einen Baum.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare