Großer Ärger über Schulbus-Streichung

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Meinerzhagen - Ein großes Ärgernis für Schüler und Eltern war am Montagabend auch Thema im Stadtrat. Dabei zeigte sich: Die offenbar unangekündigte Streichung zweier Fahrten der Linie R61 MK durch die Verkehrsbetriebe Westfalen Süd (VWS) stößt auch in der Politik auf großes Unverständnis.

„Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt“, bemängelte Bürgermeister Jan Nesselrath das Vorgehen der VWS (siehe unten). Und diese lege nicht zum ersten Mal ein nur wenig ruhmreiches Verhalten an den Tag, erinnerte sich Petra Gossen (SPD) an zurückliegende Probleme mit dem Verkehrsbetrieb. 

Auch Heinz-Gerd Maikranz, zuständiger Fachbereichsleiter, kennt durchaus Probleme im Schulverkehr, die sich insbesondere zum Schuljahresanfang zeigen. „So gravierend wie in diesem Jahr habe ich es aber selbst noch nicht erlebt“, räumte er auf Anfrage von Matthias Walforth (FDP) ein. „Die VWS zieht sich mehr und mehr aus Überschneidungsgebieten zurück und streicht Fahrten, die wenig lukrativ sind“, erklärte Maikranz. „Gemeinsam mit der MVG versucht der Märkische Kreis, etwas dagegenzuhalten. Wir wollen das weiter aufarbeiten“, so Maikranz. Doch allzu großen Einfluss kann der Kreis nicht nehmen, wie auch eine Anfrage der MZ in Lüdenscheid ergab. Auch ihm seien die Hände gebunden, erklärte Hendrik Klein, Pressesprecher des Märkischen Kreises. Und so kann er die Einstellung der Buslinien durch die VWS auch nicht erklären.

Kreis: Bezirksregierung hat Streichung erlaubt

„Die Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd GmbH betreiben seit vielen Jahren die Buslinien eigenwirtschaftlich und haben aus unternehmerischen Gründen seit dem 1. September ein reduziertes Fahrplanangebot, welches von der Bezirksregierung Arnsberg genehmigt wurde“, sagt Klein, die Informationspflicht gegenüber Schulen und Eltern denn auch bei der VWS sieht. „Eine rechtzeitige Information wäre Aufgabe des Betreibers der Linien, in diesem Fall der VWS, gewesen.“

Der Kreis-Pressesprecher verweist jedoch darauf, dass bestehende Fahrangebote der MVG angepasst worden seien, um den Meinerzhagener Schülern einen Rücktransport zu ermöglichen. So sei zum Beispiel eine Fahrt der Linie ALF 96 um 12.03 Uhr ab Valbert auf den Breien dauerhaft so angepasst worden, dass die Grundschüler der Ebbeschule einen Ersatz für die entfallende Fahrt um 11.56 Uhr in Richtung Hardenberg haben. Für Grundschüler der Grundschule Am Kohlberg besteht – wie berichtet – um 11.38 Uhr eine Fahrtmöglichkeit nach Hardenberg mit Umstieg in Valbert Auf den Breien. Die Wartezeit dort belaufe sich auf sieben Minuten. 

Wie es sein kann, dass die VWS als Inhaberin der Lizenz für die Strecke von Meinerzhagen nach Hardenberg ihren Dienst einfach einstellt, konnte sich indes auch im Rat niemand erklären. Dietmar Lüling (CDU), zugleich Abgeordneter des Kreistags, forderte eine Anrufung der Bezirksregierung – die aber die Einstellung nach aktuellen Kreis-Angaben ja offenbar ausdrücklich genehmigt hat. Und auch Peter Kamphaus (SPD) erinnerte im Rat daran, dass sich die VWS an bestehende öffentlich-rechtliche Vereinbarungen zu halten habe. 

Eine durchweg unbefriedigende Situation, für die auch Bürgermeister Jan Nesselrath klare Worte fand: „Wir befinden uns auch im Schulbereich im Wettbewerb mit anderen Städten. Und da kann es doch nicht sein, dass unsere Kinder per Bus schneller in der Schule einer anderen Kommune sind als in einer unserer Schulen!“

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