Wildkatze steht beim Sommerfest im Mittelpunkt

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Hören wie eine Wildkatze mussten die Besucher beim Geräuschmemory, das neben weiteren Spielen beim Sommerfest am Umweltzentrum Heed angeboten wurde.

Meinerzhagen - Ein große aufblasbare Wildkatze begrüßte die Gäste beim Sommerfest am Umweltzentrum Heed, zu dem am Internationalen Tag der Katze eingeladen worden war.

Doch die Resonanz, auf die Organisatorin Katrin Rosentreter, kürzlich zur 50. Wildkatzenbotschafterin des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) ernannt, gehofft hatte, blieb aus. Nur wenige Besucher kamen am Samstag vorbei, machten von den zahlreichen Spielmöglichkeiten Gebrauch, informierten sich und genossen den angebotenen Imbiss.

Mit einem Vortrag stellte die engagierte Wildkatzenbotschafterin das scheue nachtaktive Tier vor, das einstmals in ganz Europa vorkam, dessen letzte Rückzugsgebiete heute aber durch ausgeräumte Agrarflächen, naturferne Wirtschaftsforste sowie Siedlungs- und Straßenbau immer weiter beschnitten werden.

Drohendem Aussterben entgegenwirken

Die von Wildkatzen bevorzugten Laub- und Mischwälder werden durch diese Strukturen zerschnitten, liegen vereinzelt wie Inseln im Meer. Die dort lebenden Populationen sind klein und entsprechend anfällig für Inzucht und Krankheiten. Außerdem werden viele Tiere Opfer des Straßenverkehrs. Mit diesem Schicksal steht die Wildkatze aber nicht allein. Dasselbe gilt auch für weitere Wildtiere wie Fischotter, Wolf und Luchs.

Um dem drohenden Aussterben dieser Wildtierarten entgegen zu wirken, hat der BUND einen 20 000 Kilometer langen „Katzenwegeplan“ und das aktuelle bundesweite Projekt „Katzensprung“ im Rahmen des Bundesprogramms für Biologische Vielfalt entwickelt. Es wird durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln der Bundesumweltministeriums sowie mit Mitteln des Umweltministeriums NRW gefördert.

Grüne Korridore werden angelegt

Ziel ist die Vernetzung der noch vorhandenen Lebensräume. Dazu werden stufig aufgebaute grüne Korridore aus Kräutersäumen, Büschen und Bäumen angelegt, durch die sich die Tiere neue Lebensräume erschließen können, und die schon nach einigen Jahren gern von ihnen angenommen werden. Mit Hilfe von Haaren, die die Katzen an eigens dazu aufgebauten Lockstöcken hinterlassen, lässt sich ihre Verbreitung dokumentieren und die Ergebnisse in einer Gendatenbank erfassen.

Wer sich bei dem Generationenprojekt freiwillig engagieren möchte, findet dazu im „Rettungsnetz Wildkatze“ des BUND vielfältige Gelegenheit, wie Katrin Rosentreter deutlich machte. Naturfreunde können informieren und aufklären, Patenschaften für Wildkatzen übernehmen oder verschenken, die Arbeit mit einer Spende unterstützen oder selbst bei der Anlage neuer Wanderwege für Wildtiere mithelfen.

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