Schneeberge halten Marius Kappes nicht vom Skifahren ab 

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Eine tief verschneite Hütte im Skigebiet Hochkönig, im Hintergrund die Piste.

Meinerzhagen - Abgeschnittene Ortschaften, Schneeberge, die auf Dächern lasten, todbringende Lawinen – der Winter zeigt sich in Bayern und Österreich oft von seiner hässlichen Seite. Die hat Marius Kappes, erster Vorsitzender des Meinerzhagener Ski Klubs, allerdings nicht kennengelernt.

Marius Kappes kehrte erst jetzt aus den Alpen zurück, er frönte seinem Hobby im österreichischen Maria Alm, südlich von Berchtesgaden gelegen. Dort war er mit einer Gruppe zum Skifahren unterwegs. Und er hat festgestellt: „Natürlich liegt sehr viel Schnee. So dramatisch, wie in vielen Medien dargestellt, ist die Situation allerdings nicht. Ich bin gut wieder nach Meinerzhagen zurückgekommen, habe statt der gewohnten siebeneinhalb Stunden diesmal acht Stunden Fahrzeit gehabt.“ Kappes empfiehlt allen begeisterten Skifahrern: „Nehmen Sie ihren Urlaub wahr, sagen Sie nicht ab.“ Kappes berichtet weiter, dass die Gemeinden die Situationen in den allermeisten Fällen gut im Griff haben würden. „Aber es stimmt schon, dass manche Gegenden, so wie Lech, Zürs und Balderschwang, von der Außenwelt abgeschnitten waren.“

Grundsätzlich, so Kappes, würden die Gemeinden allerdings für möglichst viele freie Straßen sorgen. „Bei uns in Maria Alm waren drei Zufahrtsstraßen gesperrt, eine konnte offen gehalten werden. Der Winterdienst dort ist wirklich gut. Die Kommunen verfügen über deutlich mehr Räum- und Streufahrzeuge als bei uns“, berichtet der Volmestädter. 

Nicht verstehen kann Marius Kappes aber all jene Wintersportler, die sich in gesperrte Gebiete wagen: „Die Bereich sind nicht umsonst abgeriegelt. Wer sich dennoch hinein begibt, handelt sehr fahrlässig und bringt sich natürlich in Gefahr.“ Das wird er selbst sicherlich nicht tun, wenn er am Donnerstag erneut Richtung Süden zum Skifahren aufbricht. Wegen der Erfahrungen aus dem zurückliegenden Urlaub fährt er mit gutem Gewissen. 

Einige Regeln sollten Wintersport-Urlauber in diesen Tagen allerdings laut Kappe unbedingt befolgen: „Wichtig ist, sich absolut an die Pisteninfos zu halten und sich über gesperrte Straßen zu informieren. Und Schneeketten sind ebenfalls mitzuführen. Eine Liste der gesperrten Straßen und eingeschneiten Skigebiete gibt es im Internet. Wenn ein Skigebiet nicht zu erreichen ist, ist die Gemeinde auf so etwas vorbereitet und setzt alles in Bewegung, um den Aufenthalt der Gäste zu sichern.“ 

Lassen sich heimische Skifreunde, die noch in diesem Winter in die Alpen reisen wollen, dennoch von den Bildern in den Nachrichten abschrecken? Werden beispielsweise im Reisebüro Lück in Valbert noch Touren in die Skigebiete gebucht? „Auf Kundenwunsch würden wir das tun – allerdings nur verbunden mit dem Hinweis auf die Risiken“, erläutert Caroline Oerder, die betont, dass ein solcher Auftrag in jüngster Vergangenheit aber gar nicht an sie herangetragen wurde.

Sie selbst habe gerade noch mit einer Kundin in München gesprochen“, schildert Caroline Oerder und fügt hinzu: „Die hat berichtet, dass es jetzt in der Stadt nicht mehr schlimm sei. Allerdings müssen vor allem die Schneeverwehungen in der Zeit davor zu Problemen geführt haben.“

Caroline Oerder weiß auch, dass die großen Reiseveranstalter in kritischen Situationen häufig Krisenstäbe einrichten, die ihren Kunden helfen, mit den Situationen vor Ort klarzukommen: „Deshalb ist es immer wichtig, dass die Reisenden ihre Handynummern hinterlegen, um stets erreichbar zu sein.“ Von einem Fall, in dem ein solcher Stab eingegriffen hat, weiß die Valberterin aus der jüngeren Vergangenheit: „Bei dem Vulkanausbruch auf Bali waren zwei Kundinnen von uns dort. TUI hat sich sofort gekümmert. Die beiden Frauen wurden mit einer Fähre und einer kleineren Propellermaschine zum nächsten größeren Flughafen gebracht. Das hat alles super geklappt.“

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