Nach dem Sturm wird Pia Sperber zur Ersatz-Mutter

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Anfangs bekamen die Eichhörnchen tagsüber alle vier Stunden und nachts alle fünf Stunden die Flasche.

Meinerzhagen - Wenn Tiere leiden, kann sie nicht zusehen. Pia Sperber ist Vorsitzende des Tierschutzvereines. Als vor einigen Tagen fünf kleine Eichhörnchen in arge Not gerieten, handelte sie.

„Die Babys sind Sturm-Opfer. Der Baum, in dem ihr Nest lag, wurde umgeweht“, schildert sie. Sperber sprang als „Ersatzmutter“ ein. Seitdem hat sich ihr Privatleben ein wenig verändert. 

Die außergewöhnliche Rettungsaktion begann mit einem Telefonanruf. Ein Passant, der in Piene unterwegs war, entdeckt die kleinen Tiere auf dem Boden und alarmierte sofort Pia Sperber. Die fackelte nicht lange: Sie fuhr trotz des schlechten Wetters sofort zum Ort der Tragödie und sammelte die Tierbabys ein. „Ich habe sie dann mit nach Hause genommen und in einer Box untergebracht. Als Unterlage diente eine Heizdecke. Damit die Kleinen es auch schön warm hatten“, erinnert sich die Meinerzhagenerin. 

Eine kuschelige Unterkunft und Schutz vor Raubtieren allein würden aber nicht ausreichen, das war Pia Sperber sofort klar. Und deshalb informierte sie sich auch darüber, was Eichhörnchen-Säuglinge denn an Nahrung zu sich nehmen. Natürlich Milch. Und genau damit begann die eigentliche Arbeit. Eine geeignete Ersatzmilch war schnell gefunden – und die musste nun verabreicht werden. Und zwar regelmäßig. „Nachts alle fünf Stunden, tagsüber alle vier Stunden“, blickt Pia Sperber auf ihre Anfänge als Ersatzmutter zurück. 

Inzwischen sind ihre Schützlinge – von denen eines die Sturz-Folgen nicht überlebt hat – etwa acht Wochen alt und kerngesund. „Sie leben jetzt in einem Käfig und essen auch schon Haselnüsse, Zwieback, Birne, Apfel, Blaubeeren und geschälte Sonnenblumenkerne.“ Und die „Hörnchen“ sind extrem mobil: „Die gehen über Tische und Bänke und kraxeln die Vorhänge rauf und runter“, lacht Pia Sperber, die auch aufpassen muss, wo sie sich hinsetzt. Als Lieblingsplatz haben sich die Vier nämlich eine Sofaritze ausgesucht.

Bald ist es für die Waisen jedoch vorbei mit dem Dach über dem Kopf und der Zentralheizung. Pia Sperber: „Wir werden sie irgendwann in einer Voliere im Wald wieder langsam an die Natur gewöhnen, uns selbst mehr und mehr zurückziehen und die Tiere irgendwann auch auswildern.“ Das soll passieren, wenn die kleinen Kostgänger etwa vier Monate alt sind und auch in freier Natur auf eigenen Pfoten stehen können. Dass sie sich bis dahin an die Menschen zu sehr gewöhnt haben, glaubt Pia Sperber nicht.

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