„Villa im Park“: Detail-Debatte zu früh

Jetzt muss zunächst einmal ein genauer Plan von der „Villa im Park“ angefertigt werden. - Archivfoto: Isleib

Meinerzhagen - Noch bevor es von der „Villa im Park“ einen detaillierten Gebäudeplan gibt und Denkmalschützer kundgetan haben, welche Umbauten überhaupt möglich sind, sorgt das künftige „sozio-kulturelle Zentrum“ für Debatten.

Von Jürgen Beil

So auch am Donnerstag im städtischen Ausschuss für Kultur, Denkmalschutz und Denkmalpflege. Gleich zwei Verwaltungsexperten trugen dazu vor: Heinz-Gerd Maikranz erläuterte, dass die Stiftung, die sich um die Villa kümmern soll, auf den Weg gebracht worden sei. „Die Unterlagen liegen jetzt in Düsseldorf, wir warten auf den Bescheid, um die Stiftung ins Leben rufen zu können.“ Friedrich Rothaar erklärte anschließend, dass die Stadt das Gebäude erworben habe und der Vorbesitzer die Immobilie zum 1. Oktober geräumt habe.

In Sachen Zuschüsse für den Umbau führte der Fachbereichsleiter aus: „Anfang bis Mitte Dezember sollte nun der Zuwendungsbescheid kommen. Bei vier Architekturbüros wurde inzwischen angefragt. Zunächst ist es nun erforderlich, ein genaues Aufmaß anzufertigen, weil es keine Pläne von dem Gebäude mehr gibt. Die eigentliche Umbaumaßnahme wird im Jahr 2015 beginnen.“

Ein Kuratorium, das Bestandteil der Stiftung „Villa im Park“ sein wird, soll sich künftig um alles kümmern, was mit dem neue Kulturzentrum zu tun hat. Gespräche mit kulturtreibenden Vereinen über Details stehen dann ebenfalls an. Dabei habe jeder Interessierte natürlich die Möglichkeit, bei dem Prozess mitzuarbeiten, betonte Ausschussvorsitzender Matthias Scholand. Das sei sogar ausdrücklich gewünscht, forderte er zur Mitarbeit auf.

Dass zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch Geduld gefordert ist, wurde ebenfalls deutlich. Denn: So lange nicht einmal geklärt ist, was unter Denkmalschutz-Gesichtspunkten überhaupt möglich ist, kann nur spekuliert werden. „Detailüberlegungen mit potenziellen Nutzern hat es aber teilweise schon gegeben, wie mit dem KuK-Verein“, berichtete Friedrich Rothaar. Heimatvereins-Vorsitzender Christian Voswinkel bemängelte bei der Sitzung, dass der Informationsfluss in Sachen „Villa“ mit der Stadt nicht gut sei: „Für mich ist es unbefriedigend, dass das Pferd von hinten aufgezäumt wurde.“ „Auch mit dem Heimatverein werden natürlich noch Gespräche geführt“, versprach Rothaar für die Verwaltung.

Einen ganz anderen Aspekt brachte Volkmar Rüsche (CDU) in die Debatte ein: „Die ganze öffentliche Diskussion um die ,Villa im Park’ gefällt mir nicht. Die Einrichtung darf nicht zu einer Konkurrenz zur Stadthalle werden.“ Der KuK-Verein hat bekanntlich den Wunsch geäußert, in der Villa etwa 100 Plätze für Besucher von Veranstaltungen einzurichten. Volkmar Rüsche dazu: „Meiner Meinung nach wäre ein Raum für 60 bis 70 Personen dort vollkommen ausreichend. Bei größeren Veranstaltungen steht doch die Stadthalle zur Verfügung.“

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