Heiße Wahlphase beginnt

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Wolfgang Nagl und Gundula Klotz im Wahlbüro des Rathauses: Seit gestern liegt der 74 Zentimeter lange Stimmzettel vor, auf dem die Wähler zwischen 31 Parteien und elf Direktkandidaten entscheiden können.

Meinerzhagen - 31 Parteien, elf Direktkandidaten – und das alles auf 74 Zentimetern Länge: Am Freitag erreichten die Stimmzettel zur Landtagswahl 2017 das Rathaus an der Bahnhofstraße. Dort laufen die Vorbereitungen zum Urnengang am 14. Mai schon seit Längerem auf Hochtouren.

Schließlich ist die Wahl nicht erst am Wahltag selbst möglich, sondern seit Freitag bereits im „Briefwahllokal“. Das ist nun im Bürgerbüro mit allem eingerichtet, was auch ein normales Wahllokal ausmacht: Wahlkabine, Urne, Bleistift. Hinzu kommt ein Klebestift, um die Briefwahlunterlagen zu verschließen. Denn: Wenn sich auch die vorzeitige Wahl selbst nicht von dem üblichen Urnengang am 14. Mai unterscheidet, so muss der Stimmzettel doch mit weiteren Briefwahldokumenten kuvertiert werden, damit er am Wahlabend gezählt werden kann.

In den vergangenen Tagen sollten insgesamt 14 752 Wahlberechtigte in Meinerzhagen ihre Wahlbenachrichtigungen aus dem Briefkasten gefischt haben – nicht mehr als Karte, sondern in Form eines normalen Standardbriefs. „Auf der Karte wurde der Platz für die Hinweise einfach zu knapp“, erklärt Wolfgang Nagl, der im Rathaus federführend mit den Wahlvorbereitungen betraut ist. Dass die Aussendung mittlerweile durch die Deutsche Post erfolgt und nicht mehr durch die Verwaltung, sei dabei natürlich eine enorme Arbeitserleichterung, sagt Nagl. „Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie wir hier Wäschekörbe voller Benachrichtigungskarten geschleppt haben.“ Diese Zeiten sind nun zwar vorbei, doch auch ohne diesen Aufwand bleibt eine Wahl für die Rathausmitarbeiter etwas Besonderes. So galt es seit Freitag unter anderem, tausendfach Briefwahlunterlagen zusammenzustellen. Diese wurden bereits an die ersten Wähler im Bürgerbüro ausgehändigt und ab Montag dann – wenn denn beantragt – versendet.

Und der Trend zur Briefwahl dürfte weiter anhalten. „Ich rechne fest damit, dass unsere Wahlbeteiligung, aber auch der Anteil der Briefwähler in Meinerzhagen steigt“, sagt Wolfgang Nagl. Bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2012 gaben 54,08 Prozent der 15 080 Wahlberechtigten in Meinerzhagen ihre Stimme ab, 29,48 Prozent der Wähler nutzten die Möglichkeit der Briefwahl. Das war zwar weniger als etwa in Kierspe, aber deutlich mehr als bei der Landtagswahl 2010, als nur 27,94 Prozent der Wähler per „Fernwahl“ ihr Kreuzchen machten. Damit das überhaupt möglich ist, benötigt jeder Wahlberechtigte seine Wahlbenachrichtigung. „Sollte jemand also der Meinung sein, wählen zu dürfen, aber keine Benachrichtigung erhalten zu haben, bitten wir ihn, sich schnellstmöglich im Rathaus zu melden“, sagt Nagl. Erreichbar ist die Verwaltung unter der zentralen Rufnummer 0 23 54/7 70.

Wer dann einen Stimmzettel erhält, muss vor allem eines behalten: die Übersicht. Von den „großen“ Parteien SPD und CDU über die Satirepartei „Die Partei“ und die Tierschutzliste bis hin zu den Listen von „Schöner Leben“ und der V-Partei für Vegetarier und Veganer reicht das Angebot. Dagegen ist die Auflistung der Direktkandidaten für die Erststimme mit elf Personen recht übersichtlich – wenngleich nicht weniger außergewöhnlich. Unter anderem kandidiert ein Vertreter der Dope-Partei (für die Freigabe des Cannabis-Konsums) für den Landtag.

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