Volmetalstrecke wird umfassend modernisiert

Der zurzeit verwaiste Bahnhof Meinerzhagen soll neu gestaltet und ab 2013 in attraktiver Ausgestaltung die Verbindung zwischen Bahn- und Busverkehr gewährleisten. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Auf dem verwaisten Gelände des einstigen Bahnhofs Meinerzhagen lagern derzeit viele Tonnen Schotter und anderes Material. Ein Baudepot ist hier eingerichtet. Grund dafür: Im Bereich zwischen Kierspe und Brügge wird mit einem Gesamtkostenaufwand von rund 16 Millionen Euro der Gleisoberbau der Volme-Bahnstrecke modernisiert. Personenzüge sollen dort in absehbarer Zeit wieder verkehren.

Im Dezember 2013 wird zunächst Meinerzhagen wieder Anschluss an das Schienennetz im öffentlichen Personennahverkehr erhalten, nachdem am 31. Mai 1986 der letzte fahrplanmäßige Personenzug den Bahnhof Richtung Dieringhausen verlassen hatte. Jetzt stehen die Signale wieder auf Grün – doch bis zur tatsächlichen Verkehrsaufnahme muss in Meinerzhagen die nötige Infrastruktur neu geschaffen werden. Für den Ausbau des Bahnhofsgeländes und der Umgestaltung des Busbahnhofs zur modernen Verkehrsstation mit Radstation, dazu der Schaffung eines „Park- und Ride“-Parkplatzes mit rund 100 Stellplätzen sollen auch Fördermittel aus dem Regionale-Projekt „Oben an der Volme“ eingesetzt werden.

Am Dienstag in der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Planung, Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt ging es um die grundsätzliche Festlegung auf das Maßnahmenkonzept der Regionale. Dies ist Voraussetzung, um im laufenden Prozess zunächst den dritten Regionale-Stern zu erhalten, der dann erst die Voraussetzung für eine finanzielle Förderung durch das Land schafft.

Klar wurde am Dienstag, dass aktuell noch keine endgültige Festlegung für oder gegen die Durchführung aller oder auch nur einzelner Projekte erfolgen kann. In jedem Einzelfall werden sich damit zu gegebener Zeit noch die Beschlussgremien der Stadt zu befassen haben. Unstrittig ist aber auch: Das Projekt rund um den Bahnhof genießt absolute Priorität, muss und soll mit Blick auf den fest stehenden Termin für die Wiederaufnahme des Personenverkehrs Ende 2013 so oder so gestemmt werden. Gestern wurde seitens der Verwaltung im Ausschuss dazu ein vorläufiges Maßnahmen- und Förderprogramm mit Angabe von geschätzten Kosten und dazu möglichen Förderungen präsentiert.

Für den Ausbau des Bahnhofs als funktionsfähigem Halte- und Einsteigepunkt für den Personenverkehr ergibt sich mit Blick auf die Aufnahme des Bahnbetriebs dabei die Zuständigkeit der Bahn AG und ihrer Tochtergesellschaften DB Regio Netz und DB Station & Service. Für den Ausbau des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) am Kapellenweg und weitere Maßnahmen hingegen ist die Stadt Meinerzhagen zuständig. Vorgesehen ist eine Qualifizierung der Anlage zur Verkehrsstation, die eine Verknüpfung zwischen Bahn- und Busverkehr schafft. Diese und weitere Maßnahmen sind als Starterprojekte für das Regionale-Projekt vorgesehen. 140 000 Euro sind kalkuliert für die Ausstattung der Verkehrsstation mit Überdachung, Beleuchtung, Bänken und die Platzgestaltung.

Deutlich teurer wird der Bau einer Fußgängerbrücke, die eine behindertengerechte Anbindung des Mittelbahnsteigs und eine Anbindung der Siedlungsbereiche nördlich der Bahnlinie (Bamberg, Gymnasium etc.) schaffen soll. Hierfür hat man 1,5 Millionen Euro eingeplant.

Weitere 630 000 Euro sind vorgesehen für die Schaffung einer P&R-Anlage nördlich der Bahnlinie mit rund 100 Stellplätzen. Die Errichtung einer Radstation mit 150 Radstellplätzen, mit integriertem Bike-Point mit Verleih und eventuell einem Cafe wird mit Kosten in Höhe von rund 330 000 Euro veranschlagt. Zudem soll eine städtebaulich hochwertige, attraktive fußläufige Verbindung zwischen dem Bahnhofsgelände und dem Zentrum Meinerzhagens gestaltet werden. Vorgesehen sind hierzu der Bau einer sogenannten Reitertreppe zwischen Verkehrsstation und dem Volkspark und der Ausbau des Wegesystems im Volkspark selbst Das würde weitere rund 380 000 Euro kosten. Im Ausschuss ging es auch um weitere Regionale-Projekte, so die städtebauliche Aufwertung rund um die Stadthalle und um touristische Maßnahmen im Bereich der Listertalsperre. ▪ -fe

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