Frauen aus Meinerzhagen sind in Engelskirchen dabei

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Seit zwölf Jahren fahren die Fanfarenzugfrauen zur Damensitzung nach Engelskirchen. ▪

MEINERZHAGEN ▪ „Halleluja, Halleluja“, erklang es zusammen mit den „Brings“ aus rund 1500 Frauenkehlen am Mittwochnachmittag im Festzelt des Karnevalsvereins „Närrische Oberberger“ in Engelskirchen.

Nicht alle sangen in rheinischem Dialekt, 90 närrische Weiber stammten unverkennbar aus dem Sauerland. Anonym in dem großen Zelt blieben die Volmetalerinnen jedoch nicht. Sitzungspräsident Paul Remmel von den „Närrischen Oberbergern“ begrüßte sie als langjährige treue Gäste.

Bereits zum zwölften Mal läuten die Frauen des Fanfarenzuges Meinerzhagen ihre Karnevalszeit mit dem Besuch der Damensitzung in Engelskirchen ein. „Wir werden immer mehr“, freute sich Angelika Grünewald, die die Karten und den Bus besorgt hatte. „Angefangen haben wir mit einer Handvoll Frauen, heute sind es schon 86.“ Bereits am Nachmittag um 15 Uhr beginnt traditionell die Damensitzung. Bis 19.45 Uhr geht es dann minutengenau nach dem vorher ausgearbeiteten Programm.

Gleich als erster prominenter Gast kam Jürgen Beckers, der Hausmann aus Aachen, auf die Bühne. Wie sich (s)eine Ehe im Laufe von Jahren entwickelt, davon berichtete er ausführlich. Reduziert hat sich die Kommunikation zwischen ihm und seiner Frau neuerdings auf SMS. „BBM“ (Bring Brot mit) oder „AOK“ (aber ohne Körner) sind die Themen alter Ehepaare.

Bruce Kapusta verzückte die Damenwelt mit seiner Trompete, mischte sich unter die Närrinnen und brachte sie zum Schunkeln und Singen. Unbekannt war vielen im Zelt die „Kölsch Fraktion“, dabei sind es alte Hasen, die sich dahinter verbergen. Peter Horn war zehn Jahre lang Sänger und Frontmann der Höhner (1977 bis 1987) und Franz-Martin Willizil war 21 Jahre lang Mitglied bei den Höhnern (1978 bis 1999). 21 Jahre nach ihrer gemeinsamen Zeit bei den Höhnern fanden sich beide wieder und gründeten mit Manni Bell am Keyboard eine neue jecke Formation, die nun in der Kölner Karlnevalsszene für gute Stimmung sorgt. Guido Cantz, „der Mann für alle Fälle“ entdeckte die Meinerzhagenerinnen sogar und bezog sie in sein Programm mit ein.

Nach so vielen Wortbeiträgen lechzten die Frauen nach Stimmungsmusik auf der Bühne. Was nun folgte, war das „Who is Who“ der Karnevalszene und begann mit den „Räubern“. Doch bevor diese auf die Bühne konnten, ließen sie sich noch mit einigen Meinerzhagener Frauen geduldig und freundlich fotografieren, doch dann wurde es Zeit. Dicht gedrängt vor der Bühne oder auf Stühlen stehend versuchten viele der Frauen der Band nahe zu sein. Die Stimmung schwappte nun dem Höhepunkt entgegen, wurde von den „Paveiern“ gehalten bis hin zu „Brings“, die dem Ganzen noch ein i-Tüpfelchen aufsetzten und rockig die Damensitzung 2013 beendeten.

Rein äußerlich waren die Volmetalerinnen nicht als Sauerländerinnen zu erkennen. Phantasievolle Kostüme hatten sie, wie die Schützenfrauen, die als Schafe kamen. Sogar ein schwarzes Schaf war unter ihnen: Schützenkönigin Petra. Die Motorradclubfrauen kamen als Dicke Sauerländer und die Fanfarenzugfrauen hatten sich entschieden, als Cowboys zu gehen. Zeit für ein Bier im Vorzelt gab es in diesem Jahr nach dem Ende des Programmes nicht, der Bus wartete nicht weit vom Ausgang auf die Närrinnen. In einem waren sich alle 86 Frauen an diesem Abend einig: „Es war wieder ein richtig schöner Nachmittag und in Engelskirchen die Session zu eröffnen, macht einfach Spaß.“

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