Volmestädter leben sicherer

Im Bild von links Erster Kriminalhauptkommissar Fritz Stieler, Kriminaloberkommissarin Nicole Beyhl, Kriminaldirektor Ulrich Hemicker, Kriminalhauptkommissar Andreas Frenzel, Erster Kriminalhauptkommissar Peter Kurzawe und Erster Kriminalhauptkommissar Walter Scheidt.

MEINERZHAGEN ▪ In Meinerzhagen und in Kierspe leben die Bürgerinnen und Bürger sicherer als in vielen anderen Regionen. Das jedenfalls belegt die aktuelle Kriminalitäts-Statistik mit Daten und Fakten für das Jahr 2011.

Fest gemacht werden kann diese positive und eher beruhigende Erkenntnis an der sogenannten Kriminalhäufigkeitszahl (KHZ). Diese errechnet sich aus der Zahl der bekannt gewordenen Fälle bezogen auf jeweils 100 000 Einwohner und drückt die durch Kriminalität verursachte Gefährdung aus. Landesweit beträgt die Kennziffer für das vergangene Jahr 8470. Im Bereich der Kriminaldirektion des Märkischen Kreises liegt sie bei 6 388. Die Kriminalitätsbelastung im Märkischen Kreis ist somit relativ gering und liegt deutlich unter dem Landesdurchschnitt.

Für Meinerzhagen wurde für das abgelaufene Jahr eine noch deutlich unter diesen Werten liegende Kennziffer von 5159 errechnet. Noch besser schneidet Kierspe mit einer Kriminalhäufigkeitszahl von nur 4459 im vergangenen Jahr ab.

Die Belastungen in den 16 Kommunen des Märkischen Kreises sind sehr unterschiedlich verteilt. Herscheid, Balve und Nachrodt weisen mit einer Kennziffer von 3400 eine sehr geringe Kriminalitätsbelastung auf. Iserlohn und Lüdenscheid liegen mit einer KHZ um 7900 an der Spitze des Märkischen Kreises, aber auch noch deutlich unter dem Landesdurchschnitt.

Die Zahl der im gesamten Märkischen Kreis registrierten Straftaten in 2011 ist im Vergleich zum Jahr 2010 um 1,08 Prozent leicht angestiegen. Die Gesamtfallzahlen erhöhen sich somit um 295 Fälle. Das bedeutet eine Steigerung der Fallzahlen von 27 235 auf 27 530. Die Aufklärungsquote liegt mit 53,80 Prozent deutlich über dem Landesschnitt von 49,10. Sie liegt zwar unter dem Vorjahreswert, aber in einzelnen Bereichen erfuhr sie eine positive Steigerung, zum Beispiel beim Wohnungseinbruchdiebstahl von 10,94 auf 17,39 Prozent.

Ein Rückgang der Taten ist im Bereich der Raubdelikte (minus 14,40 %) und Körperverletzungsdelikte (minus 3,88 %) zu verzeichnen. Steigende Fallzahlen sind im Diebstahlsbereich (Wohnungseinbruchdiebstahl und Tageswohnungseinbruch) erkennbar. Aufgrund der auch im Land steigenden Zahl der Wohnungseinbrüche und der sinkenden Aufklärungsquote startete am 12. Oktober 2011 im Kampf gegen die Eigentumskriminalität die Kampagne „Riegel vor“. Die Ziele: Steigerung des Hinweisaufkommens, mehr Beratungen zur technischen Sicherung.

Bei der Vorstellung des Auswertungsberichts zur Kriminalität 2011 in dieser Woche in Iserlohn wurden auch örtliche Zahlen und Fakten genannt. Sie sehen für die beiden Volmestädte wie folgt aus:

• In Meinerzhagen ging die Zahl der Straftaten gegenüber dem Vorjahr um 5,29 Prozent auf insgesamt 1075 zurück. Die Aufklärungsquote verringerte sich im Jahresvergleich von 55,59 auf 52,28 Prozent. Im Bereich der schweren Straftaten waren zu verzeichnen: Sechs Sexualdelikte, davon zwei Fälle von Vergewaltigung oder schwerer sexueller Nötigung. Es gab drei Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern.

Es wurden drei Raubdelikte angezeigt.

Die Zahl der Körperverletzungen nahm insgesamt um 8,25 Prozent auf jetzt 105 Fälle zu, worunter auch sechs Fälle von gefährlicher bzw. besonders schwerer Körperverletzung verfolgt wurden.

Deutlich abgenommen hat die Zahl der Diebstähle, nämlich um15,94 Prozent auf 443 Delikte. Darunter waren 48 Wohnungseinbrüche, acht mehr als im Vorjahr sowie vier sogenannte Tageswohnungseinbrüche, vier weniger als 2010.

Deutlich abgenommen hat die Zahl von Diebstählen rund um Kraftfahrzeuge, nämlich von 160 auf 91.

Es gab in Meinerzhagen auch deutlich weniger Rauschgiftdelikte: 67 Fälle beschäftigten die Kripo im Vorjahr, diesmal waren es 37.

• In Kierspe waren 2011 insgesamt 770 Kriminalitätsfälle von der Kripo zu bearbeiten, was eine leichte Zunahme um fünf angezeigte Delikte oder 0,65 Prozent bedeutet. Die Aufklärungsquote blieb mit 58,96 Prozent nahezu konstant.

Es waren zwei schwere Straftaten gegen des Leben zu verzeichnen. Die Zahl der Sexualdelikte erhöhte sich von sechs auf acht, worunter zwei Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern waren. Es gab drei Raubdelikte.

Die Zahl der Fälle von Körperverletzungen nahm deutlich um 10,23 Prozent auf insgesamt 97 Delikte zu, wovon sechs Fälle besonders schwerwiegend waren.

Bei Diebstahl-Delikten war ein Rückgang um zwölf Fälle oder 3,42 Prozent auf diesmal 32 zu verzeichnen. Es gab allerdings deutlich mehr Wohnungseinbrüche: Diesmal waren es 39, im Vorjahr gab es 29. Bei Diebstahldelikten rund um Kraftfahrzeuge war auch in Kierspe eine deutlich geringere Fallzahl festzustellen: 225 Delikte wurden 2010 angezeigt, diesmal waren es nur 85.

Es gab 27 Rauschgiftdelikte, eines mehr als im Vorjahr. ▪ -fe

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