Volme soll der Natur wiedergegeben werden

Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper eröffnete am Sonntag das 2. Volme-Quellfest in Meinerzhagen.

MEINERZHAGEN ▪ Umrahmt von Schatten spendenden Bäumen, eingefasst in Bruchsteinen, präsentierte sich am Sonntag die Volmequelle wiederum als idyllischer Ort inmitten der herrlichen heimischen Mittelgebirgslandschaft.

Trotz anhaltender Trockenheit der letzten Monate tritt immer noch Wasser am Ursprungsort des Flusses aus, der 50 Kilometer weiter nördlich bei Hagen in die Ruhr mündet. Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper eröffnete hier gestern das 2. Quellfest, veranstaltet vom Verein „Volme Natur“. Die Umweltaktivisten haben sich die Renaturierung des auf vielen Kilometern eng in Betonröhren und zum Teil unter die Erde eingezwängten Gewässers auf die Fahnen geschrieben.

„Wir wollen damit auch etwas für die Zukunft unserer Kinder und weiterer nachwachsender Generationen tun“, erläuterte der Vereinsvorsitzende Paolino Barone.

„Für mich ist und bleibt das unser Fluss!“ stellte Matthias Kretschmer vom Wald- und umweltpädagogischen Zentrum in Meinerzhagen-Heed gestern klar. Kreisdirektorin Dienstel-Kümper hatte in ihrer Rede die Klassifizierung von Gewässeexperten für die Volme zur Sprache gebracht. „Ich musste zur Kenntnis nehmen, dass die Volme zu den sogenannten Talauebächen gehört“, erklärte sie nicht ohne Augenzwinkern.

Und die Volme steht aktuell im Fokus eines großen Projektes innerhalb der Regionale 2013. Unter dem Motto „Ein Kreis packt aus“ soll mit einem Bündel von Maßnahmen die Volme wieder der Natur zurück gegeben werden – dort, wo es möglich ist. Auch die Lister mit ihren 15 Kilometern und die Ihne mit 12 Kilometern Bachlauf sind in das Programm einbezogen.

Nach ausgiebiger Begutachtung und Aufnahme des Istzustandes, zahlreichen Expertengesprächen und Behördenterminen gibt es jetzt einen Katalog mit insgesamt 207 Einzelmaßnahmen. „Die werden wir, jeweils das Einvernehmen der betroffenen Grundstückseigentümer vorausgesetzt, sukzessive abarbeiten“, kündigte die in dieser Sache federführende Kreisdirektorin gestern an.

Begleitet werden soll der Prozess weiter durch intensive Öffentlichkeitsarbeit. Dazu gehört in der Zeit vom 25. September bis 2. Oktober auch eine kreisweit durchgeführte „Wasserwoche". Mit der in dieser Form einmaligen Veranstaltung wird übrigens eine Anregung von Matthias Kretschmer aus Meinerzhagen aufgegriffen, die dieser anlässlich des ersten Quellfestes im vergangenen Jahr der Kreisdirektion mit auf den Weg ins Kreishaus gegeben hat. „Ich habe mit meiner Idee offene Scheunentore eingerannt“, freute sich gestern der geistige Vater. Mit zahlreichen Einzelveranstaltungen und Aktionen wird die Woche das Element Wasser in den Blickpunkt rücken. Dazu gehört als zentrale Veranstaltung am 28. September in der Stadthalle Meinerzhagen auch die sogenannte „Volmekonferenz“ – eine öffentliche Forumsveranstaltung mit Experten und Bürgern, zu der auch Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann aus Arnsberg sein Kommen zugesagt hat.

Eine weitere große Aktion mit der Volme im Mittelpunkt ist laut Barbara Dienstel-Kümper für 2012 ins Auge gefasst. Im Frühsommer soll es an einem Sonntag von Meinerzhagen bis Brügge auf der parallel zur Volme verlaufenden Bundesstraße 54 einen autofreien Tag geben. Als umweltfreundliche Alternative zum Auto soll dann, so die Projektidee, der Personenverkehr auf der Volmebahnstrecke mit Sonderzugfahrten propagiert werden.

Das 2. Quellfest an der Volmequelle lockte diesmal deutlich mehr Besucher als beim ersten Mal an.

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