Gemeinsames Projekt mit Mark-E

Volme-Kommunen wollen mehr Strom auf die Straße bringen

Ladestation an der Lindenstraße in Meinerzhagen
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Diese Ladestation an der Lindenstraße in Meinerzhagen war im Jahr 2020 die beliebteste in der Region „Oben an der Volme“.

Elektromobilität und Klimaschutz: zwei Themen, die angesichts der Corona-Pandemie zusehends ins Hintertreffen geraten sind. Dabei ist es rund um die Ladeinfrastruktur in der Region längst nicht so still geworden, wie es den Anschein hatte – das zumindest betonten die Kommunen Meinerzhagen, Kierspe, Schalksmühle, Halver und Herscheid am Montag gemeinsam mit dem Energieversorger Mark-E.

Der Verbund von Städten und Gemeinden „Oben an der Volme“ will das Thema E-Mobiltät nun konzertiert angehen. Das betonten die Bürgermeister der Kommungen gestern im Rahmen einer digitalen Pressekonferenz gemeinsam mit Mark-E.

Was das genau bedeutet, ist allerdings nicht überall so klar wie zum Beispiel in Halver. Für die „Stadt im Grünen“ kündigte Bürgermeister Michael Brosch (SPD) drei weitere Ladesäulen an, für die bereits im aktuellen Haushalt Finanzmittel eingeplant sind. In Herscheid hat Gemeindeoberhaupt Uwe Schmalenbach (parteilos) verstärkt Wanderparkplätze im Blick, nachdem erst im September die ersten beiden Ladepunkte in der Ortsmitte am Alten Schulplatz in Betrieb genommen wurden.

Doch auch Politik und Öffentlichkeit sollen auf dem Weg zu einer ausgebauten Ladeinfrastruktur mitgenommen werden – und hier kommt dann doch die Pandemie wieder ins Spiel. „Partizipation ist wichtig. Wir müssen die Politik mit einbinden, können das aufgrund der gegebenen Umstände vermutlich aber erst im zweiten Halbjahr tun“, sagt Schalksmühles Bürgermeister Jörg Schönenberg (parteilos). Kurzfristig will er aber Industrie und Gewerbe digital ansprechen und Möglichkeiten der Infrastruktur besprechen.

Großer Bedarf bei Unternehmen

Denn: 85 Prozent der Ladevorgänge von E-Autos fänden nicht etwa im öffentlichen Raum statt, sondern in der eigenen Garage oder beim Arbeitgeber, betonte Ronald Ludwig, Kommunalmanager der Mark-E. Eine Einbindung der Gewerbebetriebe sei daher ebenso wichtig wie die Einbeziehung von Wohnungsbaugesellschaften, wie in Halver die WHS.

Die Mark-E als Unternehmen der Enervie-Gruppe soll bei allen Aktivitäten als Koordinator fungieren und auch die Fragen der Stromnetzbelastung berücksichtigen, wie gestern betont wurde. Ein Ausbau der Stromnetze ausschließlich für Elektromobilität, so hieß es, solle vermieden werden, um die Kosten im Rahmen zu halten. Mittel wollen die Kommunen gleichwohl zum Ausbau des Ladenetzes bereithalten – zumal mit Fördergeldern von Land und Bund zu rechnen sei, wie Ronald Ludwig erklärte.

Mark-E: „Konsequenter Beitrag für klimafreundliche Mobilität“

Erik Höhne ist Vorstandssprecher der Mark-E und hält das gemeinsame Projekt für ein Signal zum richtigen Zeitpunkt: Der Ausbau der Ladeinfrastruktur sei mit Blick auf die angestrebte Klimaneutralität „nur konsequent und ein Beitrag für eine klimafreundliche Mobilität“.

Halvers Stadtoberhaupt Michael Brosch betonte dabei auch das Henne-Ei-Prinzip: Je mehr Ladestationen es gebe, mit umso mehr Zulassungen von Elektrofahrzeugen könne gerechnet werden. Meinerzhagens Bürgermeister Jan Nesselrath (CDU) weiß dabei aus erster Hand, wie stark frequentiert Ladestationen sein können: Die Station an der Lindenstraße war lange Zeit die beliebteste in der Region. Aber er weiß auch: „Wir befinden uns erst am Anfang des Projekts.“ Auch Nesselrath will vor allem auf Betriebe zugehen und sie von der Investition in eine Ladeinfrastruktur überzeugen. Dazu sollen in den Kommunen nun Runde Tische gebildet werden, „um eine gemeinsame, in das Konzept integrierte Lösung vorzustellen“, wie es heißt.

Kierspes Bürgermeister Olaf Stelse (parteilos) lobte dabei – wie auch Michael Brosch – die Mark-E als „leistungsstarken Partner“, der sich selbst zudem als erster Ansprechpartner in diesem Thema sieht und Mitglied des Netzwerks „Ladenetz.de“ ist. Insgesamt betreibt die Enervie-Gruppe in ihrem Versorgungsgebiet mit der Mark-E und den Stadtwerken Lüdenscheid als Tochtergesellschaften 65 öffentliche Ladesäulen mit 129 Ladepunkten. In der Volme-Region stehen zehn Enervie-Ladestationen

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